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Rassebeschreibung

Rassebeschreibung / Mindeststandard


Der Mitteldeutsche Hütehund
(Altdeutscher Hütehund)
in seinen drei Farbvarianten:

Mitteldeutscher Schwarzer
Mitteldeutscher Fuchs
Mitteldeutsche Gelbbacke

Rasse – Mindeststandard (STD)
(= Anlage 4 zur Satzung der IGMH)
© Copyright IGMH -2007/08-

Kurzer geschichtlicher Überblick:
Der Mitteldeutsche Hütehund (MH) gehört zum Rassegefüge der Altdeutschen Hütehunde. Sie haben sich seit der Zeit des Mittelalters in erster Linie aufgrund strenger Selektion hinsichtlich ihres Einsatzzweckes entwickelt, aber auch regionale, geografische und klimatische Bedingungen hatten einen Einfluss; dies kann man als „Alte Haustierrasse“ bezeichnen.
Der MH wurde als typischer Herdengebrauchshund eingesetzt: erstens in der Hudewirtschaft in der Mitteldeutschen Mittelgebirgslandschaft (etwa im Harz) und zweitens in der Hüte- und Wanderschäferei in den umliegenden Gebieten. Am heimischen Rotvieh wurde häufig der „Harzer Fuchs“ eingesetzt. Aufgrund der dürftigen Quellenlage lässt sich derzeit nicht bewerten, ob dieser auch zu den Hunden gehört, welche die IGMH als „Mitteldeutsche“ bezeichnet.
Der Einwand, dass auf alten Fotos fast ausschließlich rote Hunde am Vieh gehen, ist der IGMH bekannt. Sie verweist in diesem Zusammenhang auf regionale Eigenheiten, sie sich auch aus ästhetischen Gesichtspunkten herleiten (roter Hund an rotem Vieh). Die IGMH identifiziert deshalb den Harzer Fuchs als MH, so lange das Gegenteil nicht erwiesen ist.
Die Schäfereien des Harz-Umlandes – bis weit nach Osten und in die Norddeutsche Tiefebene hinein – züchteten die Mitteldeutschen Hütehunde stets in drei Farbvarianten: schwarz (Schwarzer), rot (Fuchs) und schwarzmarken (Gelbbacke). Dieser ästhetische Aspekt spielte neben der Hütebefähigung und der Erhaltung des Arbeitsgebäudes eine große Rolle, denn das äußere Erscheinungsbild diente als Spiegelbild der inneren Werte, der Arbeitsanlagen. Wir verdanken in erster Linie diesem „Markenbewusstsein“ das Überdauern der Hunde: alle drei Varianten sind bis heute erhalten.

Der Hunde-Typ des MH ist also kein Zufall. Er ist das züchterische Ergebnis langjähriger Erfahrungswerte, die sich so und nicht anders manifestiert haben. Es sind keine Hunde vom Reißbrett. Diese Hunde sind so, wie sie sind, weil sie auf diese Art ihrem Zweck am besten dienlich waren.

Allgemeines Erscheinungsbild:
Der Mitteldeutsche Hütehund ist mittelgroß. Er ist ein harmonisch gebauter Hund von eher quadratischem als gestrecktem Rahmen. Er vermittelt im Stand den Eindruck bodenständiger Robustheit vor allem durch das feste Gesamtgefüge, die kräftige Bemuskelung, sowie das kompakte, trockene Arbeitsgebäude. Der Brustkorb soll tief und raumbietend sein und möglichst bis auf Höhe der Ellenbogen reichen. Die Rippen sollen eine mäßige Wölbung aufweisen.
Die bevorzugte Gangart des MH ist der Trab, von daher soll die Hinterhand gut und kräftig bemuskelt sein; dies kommt auch seiner enormen Antrittsschnelligkeit zugute.

Maße:
Der MH hat eine Widerristhöhe von etwa 50 cm. Dieses Maß sollte um höchstens 10 cm nach oben oder nach unten abweichen. Hunde von weit über 60 cm Höhe sind nicht mehr rassetypisch. Das Gewicht des MH liegt bei 25 kg – die Toleranz nach oben oder unten sollte 5 kg möglichst nicht überschreiten.

Gebiss:
Die Vollzahnigkeit (42 Zähne) ist anzustreben. Das Fehlen von 2 Prämolaren (P1) ist tolerierbar, sofern mit einem vollzahnigen Hund verpaart wird. (M3 wird nicht berücksichtigt).
Der MH besitzt im Regelfalle ein Scherengebiss. Zangengebiss wird toleriert.

Augen:
Mittelgroß, mandelförmig und möglichst dunkel – nicht hervortretend.
Der Blick ist offen, lebhaft, forschend und aufgeweckt. Der Blick spiegelt die geistige Präsenz der Hunde in hohem Maße.

Körperbau:
Der Körper des MH wirkt kraftvoll, nicht jedoch schwer oder massig.
Die Oberlinie von Rücken und Lenden ist gerade. Der Rücken ist fest, angemessen breit und gut bemuskelt.
Die Unterlinie beginnend unter dem Brustkorb soll sanft in harmonischer Rundung zum Bauch hin ansteigen. Dieser soll weder zu ausgefüllt, noch wie bei Windhunden aufgezogen (sein), sondern leicht ansteigen und mäßig entwickelt sein.

Rute:
Gut angesetzt; am Ansatz kräftig, allenfalls bis zum Sprunggelenk reichend. Die Rute ist buschig behaart, wird in sanft herabhängendem Bogen getragen; in schneller Bewegung oder in Imponierhaltung (Erregung) kann sie waagerecht gehalten oder auch über den Rücken hochgeschwungen werden.



Gliedmaßen:
Alle 4 Läufe stehen von jeder Blickrichtung gesehen senkrecht und von vorne oder hinten betrachtet, absolut parallel. Die Pfoten sind rundlich und geschlossen, die Krallen sind gewölbt und von dunkler Farbe. (Hinterpfoten können leicht oval sein; Afterkrallen werden toleriert).

Ohren:
Der Mitteldeutsche Hütehund hat im Idealfall mittelgroße, an der Basis breite Stehohren, die aufrecht und gleichgerichtet getragen werden. Die Ohrmuschel zeigt im Regelfall nach vorne.
Besondere, etwa dem Pflanzenbewuchs des Einsatzgebietes geschuldete Selektionskriterien haben innerhalb der MH jedoch auch in der Vergangenheit bereits zur Bevorzugung von Kippohren (sehr selten auch Schlappohren) am MH geführt.
Das Vorkommen von Kippohren kann also nicht negativ bewertet werden, man muss es als Toleranz innerhalb der genetischen Variationsbreite akzeptieren.
Die Behaarung der Ohren, die im Übrigen nicht zu eng stehen sollten (breiter Ohransatz), ist meist im unteren Bereich recht dicht und lang – zur Spitze hin samtig kurz, jedoch sehr dicht.

Haut:
Die Haut liegt fest und straff an – Lippen und Lidränder sollen stark pigmentiert sein.
Ebenso soll der Nasenspiegel gut und dunkel pigmentiert sein.

Haarkleid:
Das typische Haarkleid des Mitteldeutschen Hütehundes ist das Langstockhaar mit Unterwolle. Es schützt den Körper wirkungsvoll vor Witterungseinflüssen und ist pflegeleicht. Die Länge des Deckhaars kann variieren, es soll möglichst dicht sein. Vor allem die kälteempfindlichen Körperregionen (Lenden; Hals; Brustbereich) sollen von dichter Unterwolle geschützt sein. (Tendenz zum Rollhaar liegt im Bereich der Variationsbreite.)

Farbe:
Der MH kommt in drei Farbvarianten vor: Schwarz, Rot und schwarz mit roten (gelben) Abzeichen.

a) Schwarzer
Die Schwarzfärbung soll im Idealfall tiefschwarz sein ohne andersfarbige Einfärbungen.
Je nach Lichteinfall kann ein rötlicher Unterton durchschimmern.

b) Fuchs
Entsprechend der Zugehörigkeit zu einer der genetischen Haarfarbserien variieren die roten Hunde in Intensität des Pigments und in der Färbung des einzelnen Deckhaars.
Die Idealfarbe ist ein kräftiges braunrot – entweder einheitlich durchgehend oder agoutitypisch mit dunkler gefärbten Haarspitzen. Hunde mit dunkler Maske und solche ohne dieses Merkmal sind gleich zu bewerten.
Die Farbe der Füchse variiert vom kräftigen braunrot bis hin zum fahlgelb (semmelfarben).

c) Gelbbacke
Die typische Gelbbacke ist ein durchgehend schwarz gefärbter Hund mit im Idealfall rot aber auch fahlgelben Abzeichen, die sich möglichst regelmäßig und symmetrisch auf das Gebäude verteilen. Typisch sind gelbe Oberaugenflecken, rötliche Ohrinnenbehaarung, eine rot/gelb gefärbte Maske, die sich bis zur Vorderbrust hinunterziehen kann. Die Rückseite der Vorderläufe, Teile des Unterbauchs, sowie die Keulen der Hinterläufe tragen ebenfalls oft rote bis semmelfarbene Behaarung.

Fehler:

Allgemeines Erscheinungsbild:
* Im Phänotyp dem Rassebild nicht entsprechende Hunde.
* Stark rüdenhafte Hündinnen.
* Stark hündinnenhafte Rüden.
* Übergroße Hunde.
* Hunde mit erheblicher Untergröße.
* Hunde mit stark abweichenden Proportionen.



Körperbau:
* Starker Senkrücken oder aufgezogener Rücken.
* Schmale tonnenförmige Brust.
* Rutenanomalien (Stumper).
* Abfallende Rückenlinie.
* Stark überhöhte Hinterhand.
* Ausgeprägte Wamme oder viel lockere Kehlhaut.
* Asymmetrische Ohrenhaltung (bspw. 1x Schlapp- & 1x Stehohr)
* Vorbiss, Rückbiss
* Gebissanomalien
* Hodenanomalien

Augen:
* Birkauge
* Blaue Augenfarbe



Haarkleid:
* Überwiegend gelocktes Haarkleid (Rollhaar).
* Weiße Flecken. (Einzelne weiße Haare werden toleriert).
* Fehlfarben (z.B. Wildfarbe, braun, weiß, gescheckt) (S,F,GB)
* Graue oder braune Flecken außerhalb der Markenzeichnung (bei GB)
* Überwiegend andersfarbige als schwarze Unterwolle (bei S & GB)
* Überwiegend graue oder weißliche Markenzeichnung (bei GB)
* Graue oder braune Flecken (bei S)
* Die IGMH befasst sich NICHT mit der Zucht von „Tigern“, also gelten äußere Anzeichen für das Vorhandensein von Merlefaktor als Fehler.


BEMERKUNG: Alte Haustierrassen zeichnen sich durch eine gewisse Varianz der äußeren Erscheinung aus. Dieses ist in erster Linie zu erhalten. Extreme im Äußeren gilt es aber trotzdem zu meiden. Das betrifft vor allem die Größe und die Fülle der Behaarung.











Wesensstandard

Die IGMH möchte eine möglichst breite Zuchtbasis für die Zukunft sichern.

Leider klagen viele Halter Altdeutscher Hütehunde über Wesensschwäche bezüglich des Alltagslebens; oft kommen die Welpen direkt aus Arbeitslinien von Schäfern. Diese Probleme können nicht nur auf eine schlecht verlaufene Sozialisierungsphase zurückgeführt werden, denn gerade Merkmale wie Aggressivität und Ängstlichkeit haben einen hohen Erblichkeitsgrad. Ein Züchter muss also dem Verhalten eines Hundes die gleiche Bedeutung beimessen wie den anderen Kriterien Haarfarbe, Kopfform, Gangwerk usw.

Abweichende negative Verhaltensweisen können auf der Basis von Wesenstests erkannt werden; betroffene Tiere sondert der Züchter aus und benutzt sie nicht zur weiteren Zucht. Da allerdings das Wesen eines Hundes schwierig zu bewerten ist – Wesensurteile werden unterschiedlich bewertet und gewichtet – wird im Folgenden ein Wesensstandard festgelegt, der beschreibt, wie Verhaltensweisen einzuordnen und zu gewichten sind.

Folgende Verhaltensmerkmale sind bei Mitteldeutschen Hütehunden erwünscht:

* Temperament
* Sicherheit und Selbstbewusstsein
* Enge Bindung an den Besitzer
* Geräuschunempfindlichkeit
* Hütetrieb

Der Hütetrieb ist eine Verhaltensbesonderheit der MH; insbesondere das „Wehren vor einer angrenzenden Feldfrucht“ hebt sie von den angelsächsischen Hütehunden, wie Bordercollies oder Kelpies, ab.

Unerwünschte Verhaltensmerkmale sind dagegen:

* Scheue
* Ängstlichkeit
* Aggressivität

Die Hütehundeigenschaften sollen insgesamt erhalten bleiben. Hierzu gehört auch körperliche Fitness und eine robuste Gesundheit. Dadurch wird besonders die Fähigkeit zur engen Bindung an den Besitzer bewahrt und unterstützt. Eine solche Förderung ist nicht nur über die Arbeit an einer Schafherde zu erreichen, sondern ist auch über Ersatztätigkeiten, wie z.B. Hundesport, möglich. Darüber hinaus lassen sich genauso im alltäglichen Zusammenleben entsprechende Aufgaben finden.

Die Eigenschaften eines Hütehundes beschränken sich also nicht darauf, an einer Schafherde zu arbeiten. Vielmehr bescheinigt dieses Bindungsbestreben den Mitteldeutschen Hütehunden eine hohe Familientauglichkeit, wie sie auch von genetisch ähnlich gelagerten Hunderassen bekannt ist (Aussie, PON u.a.). Es ist also ein wichtiges Ziel, diese Bindungsfähigkeit zu erhalten. Dazu muss allerdings der Hund ins Familienleben integriert werden, statt ihn in ein Nebengelass wegzusperren.

Der Erhalt von Wesenseigenschaften und Verhaltensmerkmalen ist also ebenso wichtig wie die Beschreibung phänotypischer Merkmale, die der Herstellung eines Wiedererkennungswertes dienen. Die IGMH wird sich daher im Verlauf ihrer Arbeit auch um die Ausarbeitung von speziellen Wesens- und Verhaltenstests widmen.



© Copyright IGMH -2007/08-



Weddingen, 29. März 2008











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