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Zuchtempfehlungen

Worum es geht:


Die Zucht von Tieren - also das Ausschalten der natürlichen Zuchtwahl der Individuen zugunsten gezielter Selektion durch Menschenhand - geschieht (und das sagt bereits der Begriff) zielgerichtet. Sie sollte es zumindest, um sich diesen Namen zu verdienen!
In Bezug auf die ALTDEUTSCHEN HÜTEHUNDE (AH) muss und sollte diese "Präambel" ebenfalls gelten. Hier dient die Zucht vor allem der Erhaltung der einzelnen Schläge "in größtmöglicher Reinheit" inclusive ihrer genetischen Besonderheiten und Prädispositionen. Diese "Besonderheiten" haben über die Zeit ihren Niederschlag auch im äußeren Erscheinungsbild der Hunde (Phänotyp) gefunden; ergo gilt es, auch DIESEN in ebensolcher "Reinheit" zu erhalten.
Die Gesamtheit eines AH drückt sich in der zur Arbeit an der Herde befähigenden KOMBINATION aus "inneren Werten" (Verhaltensmerkmalen) UND dem sie zum Ausleben derselben befähigenden Körperbau aus. Damit ist das ZIEL DER ZUCHT eigentlich bereits hinlänglich beschrieben: BEIDES IN KOMBINATION gilt es zu fördern und zu erhalten!

Dazu sind KENNTNISSE erforderlich, die vor allem im Privatbereich nicht bei jedem vorauszusetzen sind. Es genügt eben NICHT, zwei "schöne Hunde", von denen die eine zufälligerweise gerade läufig ist, zu verpaaren, will man dem Fortkommen der Gesamtpopulation in ihrer spezifischen Tradition dienlich sein !

Um nun zumindest etwas Licht ins Dunkel zu bringen, hat Helmut (Lenz) gemäß der Absprache im September 2006 bei unserem Forumstreffen in Schneverdingen, einige grundlegende ZUCHTEMPFEHLUNGEN zusammengestellt. Diese beziehen sich auf die jetzt nach AAH-Vorgabe "Mitteldeutsche" genannten (ostdeutschen) AH.

Gleiches oder zumindest Ähnliches haben Helmut und ich uns schon längst von Seiten der AAH (Arbeitsgemeinschaft Altdeutsche Hütehunde) als dem für die Zucht verantwortlichen Verein gewünscht. Angesichts der eher zunehmenden Zahl der Privatvermehrungen kann ich nur dazu einladen, die Zucht der übrigen Schläge zumindest ebenso im Blick auf die "Reinerhaltung" zumindest textlich zu begleiten und damit den Weg zu einer Erhaltung auf Dauer nicht noch steiniger zu gestalten, als er es jetzt schon ist !

Viel Spaß und einige gute Erkenntnisse beim Lesen des Artikels von Helmut, den der Leser bereits als ersten Schritt an die Öffentlichkeit seitens der neu gegründeten "Interessensgemeinschaft Altdeutsche Hütehunde" (,wobei der endgültige Name noch offen ist,) verstehen möge !







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Das ist Helmut .... beim Hüten an der "Teufelsmauer" (2006)



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Die ostdeutschen "Altdeutschen Hütehunde"

Die ostdeutschen „ Altdeutschen Hütehunde“- Quo vadis ?



Allem vorweg die von mir favorisierte Definition : Was ist eine alte Haustierrasse ?

„Eine alte Haustierrasse ist eine Population von gegenseitig variierenden Individuen, die dennoch in den meisten Fällen, sowohl genotypisch wie phänotypisch, miteinander größere Ähnlichkeit haben als mit anderen Rassen.“



Dieses uns immer vor Augen haltend, versuchen wir in hier, einige zuchtlenkende Empfehlungen zu geben.

Der ostdeutsche „Altdeutsche Hütehund“ in seinen 3 Farbschlägen (schwarz / rot / schwarzmarken) ist eine zur DDR- Zeit lehrmeinungsmäßig verbreitete Darstellung dieser Hunde. In diesen 3 Farbvarianten wurde er zumindest über 40 Jahre intensiv gezüchtet. Durch den hohen Stellenwert der Schafproduktion, insbesondere der Produktion von Wolle für die Textilindustrie war der Berufstand eines Schäfers ein hoch geachteter. Dem wichtigsten „Werkzeug“ eines Schäfers, dem Hütehund, wurde großes Augenmerk zuteil.
Ausdruck dessen ist das hohe qualitative Zuchtniveau dieser Hunde bis zur Wende. Auch heute existieren noch hervorragende Zuchten, die diesen Hütehund bis jetzt erhalten haben. Hier betone ich
Erhalten haben. Die bisherigen Bemühungen der Arbeitsgemeinschaft
Altdeutscher Hütehunde (AAH),
diese Hunde in ihrer bisherigen Form, sei es geno– sowie phänotypisch zu erhalten, zeigen für mich und nicht nur für mich, nur mangelhafte Erfolge. Allein der bisherigen Registrierung hätten längst weitere zuchtlenkende Maßnahmen, nicht nur im Blick auf die Hütetauglichkeit, sondern auch insbesondere auf den „Wiedererkennungswert“ dieser Hunde erfolgen müssen. Hütetriebige Hunde gibt es genug an den Schafherden , es sind aber nicht immer die von uns über Jahrzehnte gezüchteten Altdeutschen Hütehunde .



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Auch die Erklärung der AAH was denn unter einem „ Fuchs“ zu verstehen wäre, bringt mich arg ins Grübeln. Folgender Wortlaut:
„Unter Füchsen versteht man jeden Hund , der ein rotes oder rot-braunes Fell hat“.
Ebenso wird jeder schwarzmarkenfarbige Hund unter der Bezeichnung „Gelbbacke“ geführt, egal welchem Schlag der Hund im Phänotyp nahe kommt.
Diese Bezeichnung „ Fuchs“ oder „Gelbbacke“ sollte man weiterhin den Hunden zugestehen, die jahrzehntelang unter dieser Bezeichnung gezüchtet worden sind . Bereits ein Rudolf Löns hat in seinem Werk
„Die deutschen Schäferhunde“ einen dieser ostdeutschen Farbschläge als „sächsische Gelbbacke“ betitelt. Also keine Erfindung der Neuzeit.
So viel vorneweg!

Der „Mitteldeutsche Hütehund“ bildet mit seinem 3 Farbschlägen auch von der Haarfarbgenetik her eine Einheit!!

Die Haarfarben – Gene beim Hund werden verschiedenen Serien zugeordnet.

Man unterscheidet:

Die Basisfarben
Die Intensität der Pigmentierung bestimmter Serien
Die Scheckungsserie

(Letztere ist für uns uninteressant.)



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Zu den Basisfarben gehören die Agouti- Serie, die Ausdehnungsserie und die Schwarzserie.
Für uns wichtig zu wissen ist, dass in der Aguti- Serie die Farben Schwarz, Wolfsgrau, Zobelgelb, die Sattelzeichnung und die Zweifarbigkeit ( schwarz oder braun mit begrenzten lohfarbenen Abzeichen an Läufen, Fang und Augenbrauen )vorkommen. Also der Schwarze, der Fuchs und die Gelbbacke sind hier genetisch zu Hause.

In der Schwarzserie wie der Name bereits sagt nur Schwarz und beim Fehlen des Eumelanin das Schokoladenbraun wie wir es beim Neunfundländer, beim Labrador und anderen finden.
Also auch hier kann der Schwarze zu Hause sein.

Die Ausdehnungsserie beinhaltet u.a. Rehbraun (Falb) mit Maske und auch rehbraun (falb) ohne Maske ( hier ist dann kein Eumelanin im Fell). Hier ist der Fuchs gleich zweimal zu finden.

Die Farbschwächungsserie ist nur insofern für uns von Bedeutung, das durch die Verdünnung des Pigments blaue oder marillenfarbige Hunde vorkommen, je nachdem ob die Grundfarbe schwarz oder rot war
(„Marille“ ist eine andere Bezeichnung für Aprikose).
Beim Schafpudel hin und wieder – der Blaupudel.

Die Erkenntnis, wo zum Beispiel die Wurzeln unseres Fuchses in den genetischen Haarfarbserien liegen, ist für Anpaarungsempfehlungen von Bedeutung, - auch ob das eine dominant oder verdeckt vererbt wird.



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Einzelne äußere Merkmale werden nicht nur von einem oder zwei Genen bestimmt, sondern auch durch die Tatsache, dass die Aktion eines Gens davon abhängt, was sich auf einem anderen Genort ereignet. Diese Interaktion (Epistasie) zwischen Genorten findet sich häufig bei Farbgenen, den Genen also, die die Haarfarbe bestimmen.

Aus meiner eigenen züchterischen Praxis übersetzt heißt das, dass ich zur Verbesserung der Farbintensität bei meinen Füchsen hin und wieder als Paarungspartner einen Schwarzen gewählt habe. Diese Anpaarung läuft genetisch nach folgenden Regeln ab:



Abb. 1. Anpaarung : Schwarzer AH X Fuchs



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Ist ein Elternteil, wie hier reinerbig dominant ( SS = schwarz ) und ein Elternteil reinerbig rezessiv ( rr = rot ) , so sind 100 % des Wurfes mischerbig ( Sr = Schwarz mischerbig ) d.h. 100 % des Wurfes bringen das dominante Gen Schwarz zum Ausdruck, obwohl sie alle Träger des rezessiven Merkmal für rot sind.




Abb. 2 Anpaarung : mischerbig Schwarzer AH X Fuchs



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Der Erbgang bei einer Rückkreuzung mit einem Fuchs sieht dann folgendermaßen aus :

Hier ist die Hündin reinerbig ( rr = rot ) und der andere Elternteil mischerbig ( Sr = schwarz ) auf rot, werden die Welpen zu 50% das rezessive Gen ( rr = rot ) zum Ausdruck bringen und 50 % des Wurfes werden das Gen ( Sr ) tragen, aber das rezessive Gen nicht zum Ausdruck bringen sondern das dominante Schwarz zeigen.





Abb. 3 Anpaarung : Fuchs X Fuchs



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Sind beide Elternteile Träger des rezessiven Gen ( rr = rot ) , so werden alle Welpen des Wurfes reinerbig für das rezessive Gen Rot sein.


Dieser Erbgang ist übriges auch von Wichtigkeit bei der Vererbung von welligem Haar beim WWK oder auch beim Süddeutschen Schwarzen .
Hier ist das Gen für Glatthaarigkeit das dominante und das für welliges Haar das rezessive.

Fazit : Schwarze Altdeutsche können verdeckt Träger für das rote Haarfarbgen sein und daher ist bei diesen Hunden Spalterbigkeit nicht ausgeschlossen, wobei Füchse genetisch immer reinerbig ihrer Haarfarbe betreffend sind !



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Warum, wird man fragen, sind denn zuchtlenkende Empfehlungen von Bedeutung? Dazu möchte ich noch einmal auf die angespannte wirtschaftliche Lage der Berufsschäfer hinweisen. Dazu ein Ausschnitt aus einem Artikel der Schafzuchtzeitung Heft 22 /2006 :

„Natürlich war bei allen Besuchspunkten die EU- Agrarreform ein wichtiges Thema. Die gegenwärtigen Diskussionen um die Kürzung der Grünlandbeihilfen verunsichern die Schäfer und lassen um deren Existenz fürchten. Hinzu kommen stetige Erschwernisse durch Tierkennzeichnungsverordnung , für die Lagerung von Futtermitteln sowie den Einsatz von Medikamenten und Vermarktungsvorschriften. Und immer wieder blitzte die Frage auf „ Was soll aus unserer Kulturlandschaft werden, wenn all die kleinen und mittleren Schäferei-
betriebe durch eine rigorose Politik ins Aus getrieben werden?“

Das heißt, dass sich zu Guterletzt die Erhaltung und somit die Zucht der Altdeutschen immer mehr in private Hand verlagern wird!!

Ich werde mich in meinen Ausführungen in erster Linie auf den nun inzwischen als „Mitteldeutschen“ bezeichneten schlichthaarigen Hütehund , der in der ehemaligen DDR im Osten Deutschlands weit verbreitet war und den auch ich fast 40 Jahre lang an der Herde führte, beschränken .



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Es sind einige Grundbegriffe aus der Vererbungslehre notwendig, um dem Sinn meiner weiteren Ausführung folgen zu können.

Träger der Erbanlagen = Gene

Partnergen
(entsprechendes Gen ) = Allel

Abschnitt auf dem 2 Allele
auf einem Chromosom lokalisiert sind = Genort, Genlocus

Das Erscheinungsbild
Bestimmende, stärkere Gen = dominantes Gen

Nicht im Erscheinungsbild
Sichtbares Gen = rezessives Gen

Interaktion von Genen = Epistasie

Allelpaar mit der gleichen
Genetischen Information = reinerbig, homozygot

Allelpaar mit unterschiedlicher
Genetischen Information = mischerbig, heterozygot

Das Wissen über die Vererbung der Haarfarben als ein wichtiges Kriterium ist die eine Seite der Medaille. Aber nicht unwichtig, wenn es um den Wiedererkennungswert unserer Hunde geht.

Genau so wichtig ist auch das Wissen um die Vererbung von Fortpflanzungsmerkmalen sowie von Wesensmerkmalen.
Beides sind Indikatoren einer gesunden Zucht und weisen bei Mängeln unter anderem auch auf mögliche Inzuchtdepression hin.
(Inzuchtdepression: Es kommt zum Verlust von Allelen auf genetischer Basis, die genetische Vielfalt reduziert sich nach und nach. Die Population degeneriert und wird anfälliger für Krankheiten.)



Was ist unter dem Begriff „Fortpflanzungsmerkmale“ zu verstehen.
Das Vorrecht Welpen haben zu dürfen, steht in einem Wolfsrudel nur dem ranghöchsten Tier zu, in der Regel dem Tier mit der höchsten persönlichen Eignung, mit der besten Fitness, das eigene Genmaterial in der nächsten Generation zu überführen. Die Weitergabe der Gene ist der wichtigste Faktor, um überhaupt die Art zu erhalten. Diese natürliche Zuchtwahl wird in der Hundezucht durch gezielte Selektion ersetzt.

Merkmale, die das Läufigkeits-, Deck- und Wurfgeschehen beeinflussen, sind genetisch beeinflussbar.
Da gehäuftes Auftreten von nicht normalem Läufigkeitsgeschehen sich negativ auf die Fruchtbarkeit und damit die Gesundheit einer ganzen Rasse auswirken können, sollten bei familiär gehäuftem Auftreten von Abweichungen des normalen Läufigkeitsverlaufs züchterische Maßnahmen ( Herausnahme solcher Hündinnen aus der Zucht ) ergriffen werden.
Gesundheitliche Beeinträchtigungen sind bei Rüde und Hündin gleichermaßen zu beachten. Dazu gehört unter anderem auch ein jegliches Unterlassen von Hilfestellungen beim Deckakt zum Beispiel.
Das Wurfgeschehen sollte ebenfalls gerade bei unseren AH instinktsicher ablaufen. Hilfestellungen nur in lebensbedrohlichen Situationen.



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Welpen mit ungenügender Bionik ( Eigenbewegung) sollten eigentlich ausgemerzt werden, was aber durch das Deutsche Tierschutzgesetz untersagt ist, was dann aber auch zur Folge hat, dass alle auch nicht genetisch perfekt ausgestattenden Welpen überleben.
Ungenügende Bionik äußert sich unter anderem darin, dass der Welpe nicht in der Lage ist, auf Wärmereize zu reagieren und so zum Beispiel die Milchquelle der Mutter nicht findet. Solche Tiere werden in der Regel künstlich aufgezogen. Dies geschieht aber auch bei zu geringer Säugeleistung der Hündin. Werden Welpen dann später aus solchen Würfen auch zur Weiterzucht verwendet, ist die genetische Gesundheit der AH in Frage gestellt.
Für mich und auch zum großen Teil für meine Berufskollegen war dieses Wurfgeschehen schon aus zeitlichen Gründen ein alleiniges „Geschäft“ der Mutterhündin.
Einzig kontrolliert wurden von mir das Gewicht , die anatomische Gesundheit (wie Knickrute, Wolfsrachen) das Geschlechterverhältnis und nicht zu guterletzt, die Farbe. Alles weitere war der Hündin überlassen. Da in einer „privaten Zucht“ mit hoher Wahrscheinlichkeit diese Kriterien so keine Anwendung finden werden, müssen andere für eine genetische Gesundheit herhalten , wie die Vererbung von Wesenseigenschaften und Verhaltensmerkmalen!



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Dem Verhalten des Hundes ist bei der Züchtung und der Zuchtauswahl die gleiche Bedeutung beizumessen wie der Haarfarbe, der Kopfform, dem Gangwerk oder anderen wichtigen Kriterien!!



Prof.Dr.W. Schleger von der Uni. Wien definiert das Wesen des Hundes als „ die Summe aller angeborenen und erworbenen Verhaltensmuster“ und teilt diese in zwei Gruppen ein: „ 1. Das genetisch fixierte, artspezifische Verhalten und 2. Verhaltensmerkmale, die innerhalb der Art eine genetisch bedingte Varianz ( Spezialveranlagungen ) zeigen.“
Es besteht Übereinstimmung, dass das Wesen des Hundes, neben umweltbedingten Faktoren, genetisch bedingt ist.
Charakteristische Verhaltensmerkmale einer jeden Rasse sind eindeutig erbbedingt und lassen sich durch entsprechende züchterische Auswahl festigen und fixieren oder auch verändern !!



Die wichtigste Maßnahme, um Wesensmängel entgegenzuwirken ist die Aussonderung von Elterntieren mit abweichenden negativen Verhaltensweisen auf der Basis von Wesenstests.

Die Beurteilung des Wesens ist aber schwer zu objektivieren. Wesensurteile werden unterschiedlich gesehen und auch gewichtet.

Der Wesensstandard ist deshalb der Maßstab, wie die zu beobachtenden Verhaltensweisen einzuordnen und zu gewichten sind.
Erwünschte Verhaltensmerkmale auch bei unseren „ Altdeutschen“ sollten sein
Temperament
Sicherheit und Selbstbewusstsein
Enge Bindung an den Besitzer
Geräusche- Unempfindlichkeit



Unerwünschte Verhaltensweisen wären daher Scheue, Ängstlichkeit sowie Aggressivität.



Verhaltensbesonderheit bei unseren „ Altdeutschen“ ist aus ihrer ursprünglichen Verwendung heraus der „ Hütetrieb“. Hier im Besonderen das „Wehren vor einer angrenzenden Feldfrucht“
Eine Besonderheit unserer deutschen Hütehunde gegenüber den angelsächsischen, wie Bordercollies, Kelpies u.a.

Inwieweit die hin und wieder durchgeführten „ Hütetests“ dieses Kriterium immer deutlich machen, ist äußerst fraglich. Mitunter kommt dieses AH- typische Merkmal, das im ständigen Hütealltag trainiert werden muss, nur ansatzweise zum Ausdruck. Für Laien nicht immer erkennbar.



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Die rassespezifische Eigenschaft aller Hütehunde, sich sehr eng an den Menschen zu binden, kann von den übrigen genetischen disponierten Verhaltensmerkmalen nicht isoliert betrachtet werden, denn sie sind wesentlicher Bestandteil der Hütekomponente.
Die Erhaltung der Hütehundeigenschaften , zu denen auch körperliche Fitness und eine robuste Gesundheit zählt, hat das Ziel, diese emotionale Bindungsfähigkeit zu bewahren und zu fördern !



Nun ist die Frage: Wie testen wir die Hüteveranlagung unserer Altdeutschen Hütehunde ?

Objektive Maßstäbe wird es nicht geben. Es kann bestenfalls über das Vorhandensein allgemeiner Hütehundeigenschaften geurteilt werden.
Die rassespezifische Eigenschaft, wie das „ Wehren vor einer angrenzenden Feldfrucht“, den sogenannten „Wehrtrieb“ (Anm.: nicht gleichzusetzen mit dem bspw. im Schutzdienst verwendeten Begriff!) zu erkennen und zu bewerten, bedarf es in der Regel eines längeren Trainings.
Ausschlaggebend für eine erfolgreiche Beurteilung ist meines Erachtens die Größe der Schafgruppe. Eine Minimalgröße ist notwendig, um das Verhältnis von Misstrauen und Aggressivität zu den Schafen zu testen.
Hierbei kommt es in erster Linie auf reserviert reagierende Hunde an. Gerade dieses Verhaltenscharakteristikum ist ausschlaggebend für die Beliebtheit der Hütehunde allgemein für den Übergang in den häuslichen Bereich !

Diese emotionale Bindungsfähigkeit haben wohl viele Halter von nicht nur Altdeutschen Hütehunden erfahren.
Selbst bei meiner täglichen Hütearbeit kam ich mitunter nicht umhin, meinen Hunden geradezu telephatische Fähigkeiten zuzuerkennen, weil sie situationsbedingt zeitlich genau das Richtige taten, ohne dass ich sie durch Kommandos ( gleich welcher Art ) dazu aufgefordert hätte.



Dieses Bindungsbestreben, ich möchte es vielleicht besser noch als Gefallsüchtigkeit bezeichnen, läst sich auch über Ersatztätigkeiten, wie z.B. Agility fördern.
Aufgaben für den Hund lassen sich aber auch im alltäglichen Zusammenleben überall finden. Dazu gehört aber unbedingt die Integration in das Familienleben und nicht das “Weggesperrtsein“ in irgend ein Nebengelass!

Hütehundeigenschaften sind daher nicht nur Ausdruck der Fähigkeit an einer Schafherde zu arbeiten, sondern gerade dieses hohe Bindungsbetreben, das diesen Hunden, wie anderen, genetisch ähnlich gelagerten Hunderassen ( Aussie, PON u.a. ), eigentlich eine hohe Familientauglichkeit bescheinigt !!

Alte Haustierrassen ( siehe Definition ) zeichnen sich durch eine gewisse Varianz der äußeren Erscheinung aus. Dieses ist in erster Linie zu erhalten. Extreme im Äußeren gilt es aber trotzdem zu meiden. Das betrifft vor allem die Größe und die Fülle der Behaarung ,

Betrachtet man alte Fotos z. Bsp. von den Zotthaarigen, wie Bobtail oder auch Bergamasker von der vorherigen Jahrhundertwende, kann man erkennen, dass diese Hunde allein von der heutigen Haarfülle her in ihrem ursprünglichen Verwendungszweck nicht mehr einsetzbar sind.
Auch bei unseren „Altdeutschen“ ist dieser Trend vom Ansatz her zu beobachten!!



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Worauf käme es mir bei der Zucht der „Mitteldeutschen Hütehunde“ an ?

Sie sollten mittelgroß bleiben: ca. 50 cm Widerristhöhe +/- 10 cm
Mit einem Gewicht um die 25 Kilogramm +/- 5 kg.
Ihre Dreifarbigkeit ( rot, schwarz, markenfarbig ) muss in einem langstockhaarigen, pflegeleichten Fell erhalten bleiben!

Die Festlegung eines Wiedererkennungswertes kann nicht Sache eines Einzelnen sein. Zwanglose Sichtungen der Hunde in Form von „Pfostenschauen“ können hilfreich sein, gemeinsam Licht ins Dunkel zu bringen.

Neben diesem Wiedererkennungswert geht es in erster Linie um den Erhalt von Wesenseigenschaften und Verhaltensmerkmalen, wo außer der ZTP an der Schafherde auch andere Alternativen Verwendung finden sollten, um eine möglichst breite Zuchtbasis in der Zukunft zu sichern !!

Hier ist die ZTP an der Herde nicht immer das Non Plus Ultra. Nicht wenige AH – Besitzer, die ihre Welpen direkt aus Arbeitslinien, sprich von Schäfern bezogen haben, klagen über Wesensschwäche bezüglich des Alltagslebens, und das nicht nur weil die Sozialisierungsphase nicht immer optimal war. Gerade Wesensmerkmale wie Aggressivität und Ängstlichkeit haben einen hohen Erblichkeitsgrad.





In diesem Zusammenhang noch einmal: Nicht jeder Hund, von einem Schäfer erstanden und von ihm als ein „ Altdeutscher“ ausgewiesen, ist auch einer !!
Wenn ich mir die Seite (HP) der der AAH „Füchse“ betrachte, „bekomme ich einen Kamm“. Abgesehen von den „gestromten Füchsen“ werden doch alle, die ein rotes Fell haben, als solche bezeichnet.
Mir fehlt hier überhaupt die federführende Hand des Hauptzuchtwartes und die der einzelnen Zuchtwarte der Länder !!



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Dies sind einige erste Gedanken, wie es mit der Erhaltung und Zucht der Altdeutschen Hütehunde in ersten vorsichtigen Schritten vorangehen könnte.
Bis zum Eingang und Verwendung moderner Instrumente der Genetik ist es wahrscheinlich bei der relativen Unbeweglichkeit der AAH noch ein weiter Weg.
Hierzu würden z. Bsp. gehören: Die Selektion zur Bekämpfung von Erbkrankheiten auf der Basis spezieller Computerprogramme, wie BLUP ( Best Linear Unbiased Prediction – Beste Lineare Unverzerrte Vorhersage) das ursprünglich für die Nutztierzucht entwickelt wurde.

Oder Genotyp – Wahrscheinlichkeitsberechnungen zur Bekämpfung monogener Erbkrankheiten bzw. die Nutzung einer Blutprobenbank um Aussagen in der Molekulargenetik treffen zu können.
Hellmuth Wachtel schreibt in seinem Buch „ Hundezucht 2000“ dazu auf Seite 197 :
„ BLUP kann aber auch in Zukunft für die Auswahl der passendsten Paarungspartner bei Übergang zu Auszucht statt Linienzucht höchst wertvoll sein, um die „Trefferquote“ einer erfolgreichen Nachzucht zu optimieren“

Bis dahin ist es garantiert noch ein weiter Weg !!



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Diskussionsmöglichkeit


In folgenden Foren besteht die Möglichkeit den Text ausführlicher zu besprechen :

www.forum-altdeutsche-huetehunde.de

sowie:

http://huetefuchs.kostenloses-forum.be/portal.php



Helmuts Text wird auch dort veröffentlicht !!



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