Startseite
Das huetefuchs-Rudel
Die spezielle Problematik der Altd. Hütehunde
Die Zucht Altdeutscher Hütehunde
Der Deutsche Schäferhund
    Zur Geschichte des DSH
    Problem: Schutzhund
Altdeutsche Hütehunde
Tips, Hinweise, Links, Impressum
Virtuelle Hundewiese
Gästebuch
Hinweise zu huetefuchs.de
Die IGMH
Neues von huetefuchs (ab 2009)

Zur Geschichte des DSH

Max von Stephanitz



Nach oben


Rittmeister a.D. Max v. Stephanitz ... der Mann , dem Viele Vieles zu verdanken haben, - wir danken Ihm für Ondra und Candy. - Dieses Bild hängt bei uns im Flur . - Buch und Bild gehörten eigentlich auf den "Nachttisch" jedes ernsthaften Schäferhundinteressenten ! (Erhältlich ist das Buch:" Der deutsche Schäferhund in Wort und Bild" von M. v. Stephanitz beim SV-Shop des Vereins für Deutsche Schäferhunde (SV) in Augsburg. - Falls noch erhältlich, würde ich zur mehrbändigen Ausgabe raten. Die Replica Ausgabe in einem Band umfasst etwa 1200 Seiten und ist allein vom Gewicht her "schwierig zu handeln".)



Nach oben

Ein Leben für den Deutschen Schäferhund

Jeder, der sich auch nur ein wenig mit Schäferhunden auskennt, kann den Inhalt dieses Abschnitts fast auswendig "herunterbeten"; wir wollen aber für diejenigen, denen die Hunde und ihre Geschichte noch nicht so geläufig sind, einen würdigenden Blick auf den Mann richten, der wegen seiner Zielstrebigkeit, seiner hohen kynologischen Kompetenz, seines unermüdlichen Einsatzes und nicht zuletzt aufgrund seines schriftstellerischen Talents zu Recht der Gründervater der Rasse DEUTSCHER SCHÄFERHUND genannt werden kann, ja, sogar muß.

Max von Stephanitz, Sproß uralten Adels, wurde am 30. Dezember 1864 in Dresden geboren und wäre eigentlich gerne Landwirt geworden, schlug aber schließlich doch die Offizierslaufbahn ein.

Während einiger "Mußestunden" bei einem Manöver anfang der 90er Jahre des vorvergangenen Jahrhunderts beobachtet der junge Adjutant v. Stephanitz, immer noch interessiert an Allem Landwirtschaftlichen, in der Kölner Gegend einen Schäfer bei seiner "idyllisch" anmutenden Arbeit. Er erkennt, wie die diensttuenden Hütehunde nur durch knappe Gesten des Hirten geleitet, ihrer Hütearbeit nachgehen - und ist vom Augenblick an fasziniert.

Über eine spezielle Zuneigung zu Hunden, etwa aufgrund eigener Vierbeiner ist über den jungen Mann nichts bekannt, der sein Leben bisher ganz dem Militär und seiner Tätigkeit "im Sattel" gewidmet hatte.

Dies soll sich nun aber radikal verändern; von Stephanitz setzte in der Folge alles daran, solche Tiere selbst zu besitzen - und wenn er sie nicht für Geld bekäme, dann würde er sie eben selbst züchten, das war nunmehr sein Bestreben.

Er ließ sich bald darauf an die Veterinärschule in Berlin versetzen und begann nach seinen "Traumtieren" fieberhaft zu suchen. Nur, wo sollte er fündig werden - und wonach suchte er überhaupt ? - Die damals in Deutschland gebräuchliche Hütehundpopulation war alles andere als "einheitlich". Sogenannte "Landschläge", d.h. nach Vorlieben, hütetierspezifischen und geografischen Gegebenheiten und vor allem auf Gebrauchstüchtigkeit selektierte Hundetypen (Varietäten) bestimmten das Bild. Die Hunde in Ostdeutschland (Thüringen) sahen anders aus, als die Württemberger oder Elsässer und die wiederum unterschieden sich von denen der norddeutschen Tiefebene.
Wonach also suchen ?

Den Charakterzug der Geradlinigkeit und Zielstrebigkeit läßt von Stephanitz auch in seinem Privatleben erkennen, er heiratet - und zwar die Bühnenschauspielerin Maria Wagner. - Im damaligen Preussen und als Herr von Adel eine ziemliche Provokation, die im Endeffekt dazu führte, daß der Rittmeister seine Uniform 1898 an den berühmten Nagel hängte - und zwar unfreiwillig.

Zwischenspiel:

In den Folgejahren ging er nun ganz in der neuen Leidenschaft für "seine" Hunde auf. - Bereits am 16. 12.1891 hatten sich Schäferhundfreunde zu einem ersten Verein, dem "Phylax" zusammengeschlossen, dieser zerstritt sich aber, wie es so oft in Vereinen ist, und zwar offenbar genau an der Frage der Gewichtung des Zuchtinteresses. V. Stephanitz drückt die später aus der Erinnerung so aus : "Beim ersten Zuchtverein unserer Rasse, beim "Phylax", unterdrückte die einseitige Betonung des Nurluxushund-Standpunkts sehr bald die ursprünglichen Absichten der Gründer dieses Vereins, deren Bestrebungen, gleich den unseren, auf Verbesserung des Gebrauchshundes gerichtet war." (Der deutsche Schäferhund in Wort und Bild, 8.Aufl.;2. Repl.Druck, S. 185 . - Anm. d. Verf.: Der Einfachheit halber kürze ich das Werk in der Folge mit "WORTBILD" ab!).
Die Folge war die Auflösung des "Phylax" im Jahre 1894. - Mit dieser Vereinsauflösung muß offenbar eine starke Zunahme der Schäferhundzüchterei in Deutschland einhergegangen sein; die bis dahin favorisierten ausländischen (vor allem britischen) Rassen traten zugunsten der deutschen nun mehr und mehr in den Hintergrund. Man stritt sich um Fellarten- und -farbe, die Größe und Gestalt und nicht zu vergessen, die Ohrenform.
Im wesentlichen "stritten" zwei Stämme um die Gunst späterer Abnehmer: - Zum einen die Norddeutschen / THÜRINGER mit ihrem PLUS der (meist) Stehorigkeit und der wolfsgrauen Färbung und dem MANKO der wohl öfter auftretenden Ringelrutigkeit. Bei v. Stephanitz liest sich das so: "Im übrigen war dieser Hund sehnig und derb, oft etwas klein und untersetzt; als Gebrauchshund voller Nerv, was sich bei der arbeitslosen Liebhaberhaltung leider oft in unleidliche Ungezogenheiten und zügellose Wildheit umsetzte." (WORTBILD, S.186).
Die WÜRTTEMBERGER, also die eher süddeutschen (und elsässischen) Typen zeigten öfter Mängel in der Stehohrigkeit, übertrafen aber den Thüringer in der Rutenhaltung, waren größer und kräftiger : "Es waren zumeist große, knochenkräftige, geräumig angelegte Gesellen mit guter Hinterhand und flottem Gange. Wie es bei großen Schlaksen aber häufiger zu finden, vielleicht nicht so voll überschäumenden Lebens. Griffen sie aber zu, dann derb." (WORTBILD, S. 188)

Vor allem die süddeutschen Züchter erkannten bald, was zu tun war, um die damaligen Marktinteressen zu befriedigen, sie kauften in großem Stil im Norden stehohrige, wolfsgraue Hunde und schufen in der Kombination mit ihnen und der heimischen Population das, was v. Stephanitz (a.a.O.) als "das bekannte Ei des Kolumbus" nennt, der DEUTSCHE SCHÄFERHUND war (schon fast) geboren.

Max von Stephanitz war indessen mit Familie nach Oberbayern gezogen, hatte sich häuslich eingerichtet und wohl seiner später geäußerten Vorliebe für Hündinnen gemäß, eine solche bei sich aufgenommen - Freya. - Der Rittmeister a.D. liebte es offenbar wenn er in seiner unmittelbaren Umgebung von einer (Schäfer-)HÜNDINN umgeben war. Im späteren Weltkrieg "reaktiviert", wurde er anscheinend selbst zu Pferd stets von einer begleitet. Auf die Frage, welches der Geschlechter leichter erziehbar und geeigneter für die spätere "Berufsverwendung" sei, antwortet er :"Ich für meinen Geschmack ziehe unbedingt die Hündin vor, aber die Frage ist nicht so ohne weiteres zu beantworten": (WORTBILD, S. 944) - Vielleicht rührt diese Präferenz auch ein wenig von den "Erfahrungen" mit seinem ein Jahr nach Freya erworbenen neuen "STAR" der Szene, dem Rüden "HEKTOR LINKSRHEIN" ,her.
Von Stephanitz bezeichnet den etwa 61 cm hohen Rüden auf S. 190 als gutes Schicksal der Schäferhundzucht, ja als ihren "Glücksstern", bescheinigt dem nach der Bahnstation des oberbayerischen Wohnorts später "umgetauften" "HORAND VON GRAFRATH" aber gleichermassen, er sei "In der Jugend leider nicht erzogen, trotzdem in der Hand des Herrn gehorsam auf den leisesten Wink, aber, sich selbst überlassen, der tollste Unfugstifter, der wildeste Raufer und ein zügelloser Hetzer." (WORTBILD, S. 192). - Gute Hunde haben übrigens schon immer ihren Preis gehabt, das musste auch der Rittmeister erfahren, am 15.1.1898 wechselte Hektor Linksrhein, der spätere HORAND V. GRAFRATH für sage und schreibe 200 Mark (+ 20 Mark Spesen) den Besitzer.

Horand muß in fast idealer Weise dem Idealbild, das von Stephanitz vorschwebte, sehr nahe gekommen sein, denn er läßt ihn nach Gründung des "VEREINS FÜR DEUTSCHE SCHÄFERHUNDE (SV)" (am 22. April 1899 in Karlsruhe) und Erstauflage des Zuchtbuchs für Deutsche Schäferhunde (SZ) als Nr. 1 dort eintragen. Interessant ist, daß eben dieser Horand aus dem Frankfurter Zwinger
eines Liebhaberzüchters oder, wie v. Stephanitz schreibt, eines 'einseitigen "Luxushund"-Freundes' (S.187) stammte.

Horand v. Grafrath, der "Seinem Beobachter ein dauernder Genuß, seinem Besitzer oft auch eine Quelle schweren Ärgers" (WORTBILD, S. 192) war, lebt als erster einer langen Reihe von zuchtbestimmenden Rüden der Folgezeit in nahezu allen Hochzuchthunden der Gegenwart fort. Von Stephanitz war ehrlich genug, zuzugestehen, daß die für die Zucht bestimmendsten Horand-Nachkommen aus der Zeit vor dem Zwingerwechsel stammten, "ich hatte mit ihm nicht die glückliche Hand seiner Vorbesitzer; desto uneingeschränkter darf ich hier sein Lob singen!", gesteht er auf S. 191. (Anm.: Horand war bereits dreijährig, als er den Besitzer wechselte.)

Als unangefochtener Präsident des SV leitete und bestimmte Max von Stephanitz das Zuchtgeschehen über viele Jahre. Anhand des zahlreichen Bildmaterials in seinem zum Standardwerk gewordenen Buch lässt sich eindrucksvoll und sehr deutlich sein Streben nach dem idealen, weil universell einsetzbaren Gebrauchshund ablesen, den wir heute als DEUTSCHEN SCHÄFERHUND kennen und (hoffentlich) lieben.

Max von Stephanitz starb am 22. April 1936 - man erinnere sich, - am Gründungstag des Vereins für Deutsche Schäferhunde - ein Zufall ?? Gerade die letzte Lebenszeit muss Ihm, als vom Preußentum geprägter Mensch, sehr schwer gefallen sein; der SV drohte, wie so viele Organisationen, vom Nazitum vereinnahmt zu werden, was ihm gar nicht gefiel.

Der Tod ereilte den alten Rittmeister übrigens wenige Tage nach dem seiner letzten "Leibhündin" Egga - (Ein Zufall ?) - . Es geht die Mähr', v. Stephanitz selbst habe dies als Omen aufgefasst.
Beigesetzt wurde der Rassegründer in der dresdener Familiengruft.





Nach oben


Horand v. Grafrath (SZ 1) Schauen Sie auf die Rückenlinie - und Sie wissen, wo der Rittmeister auf keinen Fall "hinwollte" !! - Für mich kein Wunder, daß v. Stephanitz diesen Hund als "Glücksstern" bezeichnete. Er vereint wie heute kaum einer seiner "Ahnen" nahezu alle guten Eigenschaften eines universal einsetzbaren Gebrauchshundes. Meine Herren von der Schäferhundfront : Das sind schöne Linien, Winkel und ein ideales "Gebäude" - und das alles in e i n e m Hund! DA wollte Herr von Stephanitz hin (!), heutige "Raketen-Abschussrampen" wären bei und unter IHM NIE Sieger geworden!



Nach oben


Na , Rüde oder Hündin ? In Bezug auf die erkenntnismäßige Durchdringung und literarische Aufarbeitung einer Spezialdisziplin - bei v. Stephanitz "zufälligerweise" die Kynologie, erinnert mich dieser wissensdurstige Mann ein wenig an seinen großen Zeitgenossen (wenn auch anderen Hintergrunds) - Sigmund Freud. - In meinen Augen ist es erfrischend, mitzuerleben, wie hier(bei Beiden) in klaren deutschen Worten - ohne Fremdwort"dauerfeuer"- ein Sachverhalt oder gar eine ganze Wissenschaft dargeboten wird.



Nach oben


Das ist der Vater unserer Ondra. Vergleichen Sie das Foto mit dem von Horand und Sie wissen, was ich meine. UND - nebenbei gesagt ...es gibt noch Schlimmeres. So wie Xanthos hier steht, steht kein normaler Hund, das wird "geübt" und oft auch "drappiert". - Was ich noch sehe - und mir nicht sicher bin, ob es Zufall ist-, der linke Vorderlauf scheint mir unten (Karpalbereich) leicht nach links außen gedreht. Da der Hund aber geradeausschaut, müssten eigentlich auch die Extremitäten gerade ausgerichtet sein ...? Vielleicht liegt hier ja der Erbursprung für die Wachstumsprobleme in genau dem gleichen Skelett-Bereich seiner Tochter. (??) Schwer zu sagen, alter Knabe, aber ansonsten ist sie Dir "gut gelungen"!



Nach oben

Nachtrag

Im Umgang mit nicht in der Jetztzeit verfassten Texten empfiehlt sich vor einer abschließenden Be- oder gar Verurteilung eine Bestandsaufnahme der Zeit und der Lebensumstände des jeweiligen Autors. Es macht wenig Sinn, einen "alten" Text ausschließlich aus gegenwärtigen Erfahrungen heraus interpretieren zu wollen. Die historische Situation, in die hinein eine bestimmte Aussage getroffen wurde, ist unbedingt zu berücksichtigen; aus ihr heraus erschließen sich uns Heutigen die Motive der Aussagen aus der Vergangenheit. Es gilt demnach zunächst, den Sinn der Aussagen in eben der Entstehungszeit eines Textes zu ermitteln und erst von dieser Plattform her Weiterleitungen, Schlüsse für die Gegenwart aufzuzeigen.

Ein kurzes Beispiel mag auch die Problematik und die gebotene Vorsicht bei diesem Unterfangen verdeutlichen:

Von Stephanitz hatte es ursprünglich mit Hütehunden zu tun, mit solchen aus dem Hütedienst und mit solchen aus, wie er es nennt "Liebhaber-" oder "Luxushund"-zucht. Als Soldat erkannte er offenbar sehr frühzeitig die "Zeichen der Zeit" (beginn 20. Jahrhundert) und die besonderen, weil universalen Eigenschaften "seiner" Hunde.
Er war Preusse und sah sich von daher "dem Dienst am Vaterland" verpflichtet, wie konnte er dem besser gerecht werden als durch Zurverfügungstellung ja, fast einer kleinen "Armee" von militärverwendungsfähigen Diensthunden (Stichwort: Kriegshunde, Meldehunde, Minenhunde, Sanitätshunde...); er setzte also alles daran, möglichst zahlreiche in dieser Beziehung ausgebildete Hunde "stellen" zu können. Hier liegt sein Motiv für sein Eintreten zugunsten der hauptsächlich aggressionsbetonten (nach vorne zielenden) Ausbildungsarten. - Man kann Ihn also leicht mißverstehen, wenn man nur "von heutiger Sicht" urteilt. In seiner Zeit und an seiner Position tat er das Ihm geboten Erscheinende.

Kurz nach dem Krieg kehrten Abertausende Kriegsversehrte in die Heimat zurück - v. Stephanitz reagierte in beeindruckender Weise durch den Aufbau des Blindenhundewesens in kürzester Zeit. Die Zahlen, die er im Bereich der Versehrten-Hilfshunde nennt, sind beeindruckend. Hier wäre ein Auf- und Weiterbau in heutiger Zeit dringend geboten. V. Stephanitz hat sich hier große Verdienste erworben, leider sind mittlerweile die Labradore und Retrieverrassen auf diesem Gebiet "führend"!

Die Zeit nach dem ersten Weltkrieg bis in die späten 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts war eine vor allem in den Städten stark "sicherheitsbedürftige", darüber darf auch die Phase der "Goldenen Zwanziger" nicht hinwegtäuschen. Die Menschen fühlten sich unsicher, der Deutsche Schäferhund erlebte einen Boom - als Schutzhund "selbstverständlich".
Im übrigen, aber das ist meine Privatmeinung, hat v. Stephanitz in diesen Jahren durch seine Siegerbeurteilungen zum Idealbild des Schäferhundes gefunden. Ich denke, das waren die Hunde, die er sehen und erleben wollte. Einen Grund, von der Zentrierung auf die SchH-Ausbildung Abschied zu nehmen, neue Wege zu suchen, gab es für den SV-Präsidenten nicht.

Mit zunehmendem Alter und zunehmender "Bedrückung" durch die folgende Nazizeit entfiel diese aus heutiger Sicht eigentliche Notwendigkeit vollends. Man möchte sagen, zum Glück mußte der alte Rittmeister keine KZ-bewachenden Schäferhunde mehr sehen. - Vielleicht (und ich glaube es fast) hätte er aber auch "umgedacht", denn es gab zu Kriegsende ja wieder "Bedarf" an zahlreichen "Hilfshunden". (Anm.: Ich selbst bin 10 Jahre nach Kriegsende geboren, in dem Jahr als die letzten Kriegsheimkehrer aus Rußland zurückkehrten und habe noch heute Erinnerung an "kriegsblinde", mit Leierkasten in der Fussgängerzone sitzende "Bettlergestalten" - inclusive Schäferhund mit Blinden-Führgestell.)

So wiederholt sich die Geschichte - mit dem einen Unterschied.... - und dieser Unterschied ist die Folgezeit. Lange nicht mehr in der Geschichte, haben die Deutschen so lange & so sicher in Frieden leben können als in der letzten Hälfte des vorigen Jahrhunderts! - Und wie reagiert die neue Lenkungsetage in der "Nach-Stephanitz-Zeit" ? - Erkennt sie die neuen Zeichen der Zeit ? Lernt sie vielleicht aus der Vergangenheit ?

Ja, was soll sie denn lernen - eine gute Frage -; nun, zum ersten, daß der Deutsche Schäferhund kein Modehund ist - und zwar auch kein Mode-Schutzhund ! Er ist vom Wesen her immer noch (und das wundert mich eigentlich) ein stärkst menschen-, also leittierbezogener Hütehund geblieben. Daran konnten seine "Erfahrungen" auf den Kriegsschau- und Hundplätzen der Vergangenheit offenbar nichts ändern. Fast hätte ich jetzt gesagt..."Verdammt!": KEIN SCHÄFERHUND KOMMT ALS SCHUTZHUND AUF DIE WELT, er wird und wurde zu einem gemacht, weil es gerade opportun war (man könnte auch sagen: Es lag im Zeitgeist!)!!

Wir müssen endlich begreifen, das es eine Sackgasse auch in der Hundeentwicklung gibt - und ich habe den Eindruck, wir stecken mittendrin !

Die Zukunft von "großen" Hunden in Wolfsform liegt nicht (mehr) auf dem Hunde-Kasenenhof (oder wissen Sie in dem Punkt mehr als ich ???) , sie liegt in dem, was die Hunde - und zwar gerade diese - an sozialen Diensten leisten und geben können. In diesem Sinne plädiere ich für ein Beschreiten neuer Wege zu einem neuen Gebrauchshund, ja, Sie hören richtig, dem SOZIAL-GEBRAUCHSHUND mit den Arbeitsfeldern, die ich in meiner Schutzhundkritik angeführt habe. Die Hunde und ihr Dienst für den Menschen gehören in den Vordergrund und weniger die sie "bedienenden" Hundesportler. Damit wird man dann auch in heutiger veränderter Zeit der Forderung des Rittmeisters gerecht, daß Schäferhundezucht Gebrauchshundezucht zu sein habe; eine kleine "Drehung an der SINN-Stellschraube" und wir wären wieder auf seiner Linie.

By the way: "Hundesport": - wie Sie vielleicht bemerken, habe ich so meine "Probleme" mit diesem Begriff und die werden eher größer, wenn ich feststelle, daß in den USA das Wort "Schutzhund" als "Fremdwort für die damit zusammenhängenden sportlichen Betätigungen verwendet wird. Es scheint etwas typisch Deutsches zu sein und wird wohl deshalb gern verwendet. Trösten kann mich in der Beziehung nur, daß auch die Worte "Dachshund", "Kindergarten" und "Wunderkind" ihren Eingang ins angelsächsische gefunden haben allerdings auch neben dem (beliebten) "Blitzkrieg" ,"Panzerfaust" ,"Hinterland" oder dem oft zitierten "inneren Schweinehund" ("to battle the inner pig-dog").
Ich werde den Verdacht nicht los, daß viele dieser "sportlichen" Betätigungen (-ich sage viele-), die den Tieren heutzutage als Ersatzbefriedigung ihrer Triebe "angeboten" werden, auch und vielleicht sogar in erster Linie den Ehrgeiz ihrer zweibeinigen Leinenhalter befriedigen. Wo aber übertriebener Ehrgeiz "im Spiel/Sport" ist, ist es meist mit der Rücksicht nicht weit her, mit der Rücksicht auf die Gesundheit meine ich - und zwar die des Hundes, denn der ist in aller Regel derjenige, der sich "anstrengen" muß und zwar körperlich und "geistig" (Stress). Von alleine würde wohl kein Hund zu irgendwelchen Sportveranstaltungen gehen, das muss uns klar sein und danach haben wir die Beanspruchung der Tiere auszurichten: Wir können sagen, wann uns was weh tut, Hunde haben da so manchmal ihre Probleme !!
Auch hier hat die Goldene Regel zu gelten: Was Du nicht willst, dass man Dir tu', das füg' auch keinem Andern zu !
Denken Sie bitte bei diesem Satz nicht an einen Kinderreim - es handelt sich um eine der ältesten moralischen Regeln der Menschheit, sie erfuhr ihre Fortentwicklung und philosophische Untermauerung durch Immanuel KANT und die Philosophie der Aufklärung (Stichwort: Kategorischer Imperativ).



Nach oben

Hier geht's weiter zu ...

Das huetefuchs-Rudel
Jugendzeit
Fotos
Licht und Schatten
Zum Gedenken....
Das Alter (ab Sept. 2008)
Ondra (15.6.1997-14.7.2009)
Die spezielle Problematik der Altd. Hütehunde
"Rettet die Altdeutschen Hütehunde"!
Special: "Herdenschutzhunde"
Zur Geschichte der Schafwirtschaft
Wie geht Hundezucht ? (SATIRE)
Die Zucht Altdeutscher Hütehunde
Zuchtempfehlungen
Der Deutsche Schäferhund
Zur Geschichte des DSH
Problem: Schutzhund
Altdeutsche Hütehunde
Tips, Hinweise, Links, Impressum
Lustiges
Virtuelle Hundewiese
Gästebuch
Hinweise zu huetefuchs.de
Die IGMH
Zuchtordnung
Ordnung zur Registrierung
Regelung der Gesundheitsprüfung
Rassebeschreibung
Wissenswertes
Neues von huetefuchs (ab 2009)



Nach oben

Counter

Nach oben