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"Rettet die Altdeutschen Hütehunde"!




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SM (=Schäfermeister) Vogel mit seinem Hütegespann Foto: LSZV Sachsen-Anhalt



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Vielen Dank an Herrn Helmut Lenz

Helmut Lenz (Jg. 1946) ist gelernter Schäfer (seit 1963) und hat in der ehemaligen DDR als Agraringenieur (Tierzucht) gearbeitet. Er kennt sich mit den genetischen Zusammenhängen seines Faches bestens aus und hat dies bereits in einigen Artikeln und Aufsätzen für namhafte Zeitschriften unter Beweis gestellt.

Freundlicherweise hat Herr Lenz huetefuchs sein neuestes Werk zu den genetischen Notwendigkeiten und den sich daraus ergebenden Forderungen im Zusammenhang mit dem Erhalt der "Altdeutschen Hütehunde" zur Verfügung gestellt.

Zur Auflockerung des Textes füge ich einige Fotos ein, die mir Herr Lenz ebenfalls zugesandt hat; diese Bilder wurden Ihm vom Landesschafzuchtverband Sachsen-Anhalt zur Verfügung gestellt. (Ich kennzeichne diese Fotos entsprechend und bitte für den Fall einer eventuellen Copyrightverletzung um Nachricht, damit ich die Fotos wieder entfernen kann!)



Herr Lenz ist übrigens selbst auch Hundehalter - er hält neben einem "Roten" auch Pyrenäen-Berghunde.

Es folgt nun der Artikel von H. Lenz ....



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Hüteidylle vergangener Tage - Wolfshagen im Harz. 



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Rettet die "Altdeutschen Hütehunde"!

(von Helmut Lenz)



Graue Wolken am Himmel der Schäfer. Die nationale Umsetzung der Reform der gemeinsamen Agrarpolitik innerhalb der Europäischen Union bedeuten für einen Großteil der Berufsschäfer, insbesondere der traditionellen Wanderschäfereien die Aufgabe des Betriebes. Mit der beschlossenen Einschmelzung der bisherigen Betriebsprämien hin zur Flächenprämie wird gerade dieser klassische Zweig der Schafhaltung in nächster Zeit zur Aufgabe gezwungen.

Wanderschäfereien in West- und Süddeutschland zeichnen sich dadurch aus, dass sie unzählige Flächen im Eigentum anderer Landwirte, Kommunen sowie der Bundeswehr pflegen, ohne dass es hierfür Flächennachweise oder Pachtverträge gibt.
Ebenso wird zur Zeit die Prämienwürdigkeit der Heideflächen nicht anerkannt. Gerade hier wird der traditionelle Einsatz unserer Altdeutschen Hütehunde tourismuswirksam noch praktiziert!

Statistische Erhebungen besagen, dass der Schafbestand bundesweit sich nicht erheblich verringert hat, aber die Zahl der Schafhalter zugenommen hat. Das heißt nichts anderes, als das die Haupterwerbsschäferei sich zu Gunsten der Neben-erwerbs- sprich Hobbyschafhaltung mit all seinen Folgen auf den Berufstand des Schäfers verringert hat und weiter verringern wird.

Die Folgen werden negativer Art sein. Arbeitstechniken, insbesondere das Hüten großer Schafherden auf freien Flächen wird der Vergangenheit angehören. Schon heute arbeiten viele Berufsschäfer, wenn es möglich ist, großräumig mit Weidezaunnetzen.

Ich stelle diese Ausführung meinem Artikel voran, um noch einmal zu verdeutlichen, dass es um den Erhalt unserer altdeutschen Hütehunde bereits 5 vor 12 ist. Ein weiterer Ausdruck dafür ist, dass unter der Rubrik "Hunde" in der Deutschen Schafzuchtzeitung etwa 50% der angebotenen Hunde Bordercolly bzw. deren Kreuzungen sind. Noch größere Sorge bereitet mir die fehlende Zuchtstrategie der Arbeitsgemeinschaft Altdeutscher Hütehunde in Abkürzung AAH.



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Zwei Schwarze Altdeutsche Foto: LSZV Sachsen-Anhalt



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Die Bedeutung der Genetik

Die Bedeutung der Genetik sollte unstrittig sein, denn Hundezucht ist angewandte Genetik. Zucht ohne Beachtung der Grundelemente der Vererbung kann auf Dauer nicht erfolgreich sein.
Allein phänotypische Selektionsmethoden, also Zuchtwahl nach äußeren Merkmalen wäre für den Erhalt der Altdeutschen von Wert. Die Aussage, dass die lokalen Variationen alles Schläge ein und derselben Rasse, nämlich des Altdeutschen Hütehundes sind, ist mehr als irreführend.

"Der Altdeutsche Hütehund ist eine Hunderasse, die in erster Linie von Berufsschäfern gezüchtet wurde und wird. - Wichtiges äußeres Unterscheidungsmerkmal zu anderen Rassen ist, dass kein Standard den Hund auf ein bestimmtes Erscheinungsbild trimmt."
"Ob klein oder groß, hell oder dunkel, mit Steh- oder Schlappohr,- gemeinsam war und ist dem Altdeutschen Hütehund seine Robustheit, sein Arbeitswille und sein Hütetrieb."
- Hunde in Deutschland gezüchtet, die diese Fähigkeiten vereinen, sind Altdeutsche Hütehunde.-

Eine völlig absurde Definition eines Rassebegriffes. In einer Ausgabe der DSZ beklagen zwei Schäfermeister : "Nur noch wenige Schäfer betreiben heute noch eine selektive planvolle Linienzucht. So sind nur noch wenige Zuchten mit gleichen Merkmalen vorhanden."
Weiterhin beklagt man, Hunde verschiedenster Art und Aussehen werden heute untereinander verpaart.



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Ein schönes Pudel-Gespann Foto: LSZV Sachsen-Anhalt



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Was will man ?

Nimmt man die offizielle "Rassebeschreibung" der AAH noch dazu, wird der Wirrwarr komplett.

Die dort aufgeführten allgemeinen Kennzeichen lassen es zu, dass man außer Dackel und Dogge nahezu jeden Hund da hinein interpretieren kann.
Ich möchte an dieser Stelle noch einmal deutlich hervorheben, dass die Altdeutschen Hütehunde nicht schlichtweg Fell- und Farbvarianten einer Rasse sind, deren Schläge man munter untereinander verpaaren kann, sondern eigenständige Rassen darstellen.

Wenn man immer wieder betont, dass das aüßere Erscheinungsbild Nebensache ist, ist man auf dem besten Weg das optische dieser Hunde verschwinden zu lassen.
Auch ist die Frage absurd: Leistung oder Schönheit ? Ein leistungsfähiger Hund hat immer ein gefälliges Aussehen!

"Rettet die Altdeutschen Hütehunde" - Dieser Aufruf ist ein sehr alter und bereits in dieser, der ersten deutschen Hundezeitung "DER HUND" im Jahr 1878 erschienen. Das Ziel damals wie heute: "diese nützlichen Tiere uns wenigstens in den Racen zu erhalten, die wir noch besitzen, wenn auch allerdings schon stark verbastardisiert."

Diese Zielstellung, einer Verbastardisierung entgegen zu wirken, ist für mich bis heute nicht erkennbar. Man kann die Vielfalt der Altdeutschen nicht erhalten, wenn man nicht ein Mindestmaß der Grundregeln der Züchtungslehre - sprich Gesetzmäßigkeiten der Vererbung - beachtet. Darin liegt das Wesen der Zucht überhaupt !
Alles andere ist Vermehrung im übelsten Sinne. Man erhält eine Variationsbreite der inneren und äußeren Merkmale, die züchterisch kaum beherrschbar ist.

Merkmale, wie zum Beispiel die Haarfarbe und nicht nur sie, bleiben erhalten, wenn Zuchtziele es fordern. Züchterische Selektion ist ein unabdingbares Mittel, um mit Hilfe der Kenntnis der genetischen Interaktionen der Erbanlagen Merkmale wie Wesen und Erscheinung zu erhalten. Dazu benötigt man ein klar definiertes ZUCHTZIEL.

Ob groß oder klein, hell oder dunkel, mit Steh- oder Schlappohren spielt neben dem Wesen schon eine ausschlaggebende Rolle bei dem Erhalt der äußeren Erscheinung unserer "Altdeutschen Hütehunde"! Dies ist umso dringlicher, weil die Zahl der Hobbyhalter dieser interessanten Hunde stetig wächst. Im Gegensatz dazu die reine Hüteschafhaltung zu Gunsten der Koppelschafhaltung abnimmt. Also immer mehr "Züchter" auf den Plan treten, die als Hilfestellung ein klar definiertes Zuchtziel benötigen. Ohne dies kann in der Tierzucht nichts erhalten, nichts auf Dauer bewahrt werden!

Bei allen Gemeinsamkeiten, die unsere Altdeutschen haben, gilt es doch vornehmlich das Trennende, das Spezifische bei einer Standarddefinition herauszustellen!
Der ostdeutsche "Altdeutsche Hütehund" in seinen 3 Farbschlägen stellt in seinem Erscheinungsbild eine homogene Rasse dar, die sich nicht zuletzt durch die jahrzehntelange Trennung Deutschlands genetisch fixiert hat. Sie sind auch in der Haarfarbgenetik untereinander zu verpaaren. Einerseits, um die genetische Varianz zu erhalten und andererseits die Farbintensität besonders bei den "Füchsen" zu fördern.

Der Unterschied zwischen "Schafpudel" und "Strobel" ist ebenfalls ein Kriterium, das stärker als bisher Beachtung finden sollte.
"Tiger" und "Stumper" werden in ihrer Variationsbreite erhalten bleiben. Der Merle-Faktor und die angeborene Stummelrute sind sogenannte Letalfaktoren (Sterblichkeitsfaktoren), die in der Reinzucht zu schweren gesundheitlichen Störungen führen. Aus diesem Grunde muss hier ein Paarungspartner ein genetisch gesunder Hund sein und somit sind im Phänotyp uneinheitliche Hunde vorprogrammiert.
Zu Guterletzt ist noch der süddeutsche "Schwarze" zu erwähnen, der in seinem Aussehen durch Reinzucht so erhalten bleiben sollte.

Fehlfarben wie gestromte Füchse oder auch gefleckte Schafpudel hat es nie gegeben und solche sollten erst recht nicht laienhaft auf der Homepage der Arbeitsgemeinschaft Altdeutscher Hütehunde erscheinen und den zur Zeit vorhandenen Wirrwarr bei unseren Altdeutschen noch vergrößern!!



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Tiger Foto: LSZV Sachsen-Anhalt



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Was ist eine alte Rasse?

Eine im Jahre 1959 im Handbuch der Tierzüchtung, zweiter Band: Haustiergenetik erschienene Definition besagt:

"Eine alte Haustierrasse ist eine Population von gegenseitig variierenden Individuen, die dennoch in den meisten Fällen, sowohl genotypisch wie phänotypisch, miteinander größere Ähnlichkeit haben als mit anderen Rassen".

Betont werden also Einheitlichkeit und gemeinsame Abstammung. Diese vom biologischen Standpunkt formulierte Rassendefinition sollte Grundlage sein bei der Beschreibung unserer Altdeutschen Hütehunde.

Einig sollte man sich darüber auch sein, dass eine Rasse, die ausgestorben ist, unwiederbringlich verloren ist. Es geht nicht, dass man Individuen verschiedener Rassen kreuzt, und die Nachkommen (vorausgesetzt, das sie einer ausgestorbenen Rasse ähneln,) dann mit dem Namen der ausgestorbenen Rasse belegt. Es geht auch nicht, dass man sich aus einer noch bestehenden Rasse geeignete Tiere aussucht und diese dann mit dem Namen der ausgestorbenen Rasse belegt. Ich denke hier speziell an den sogenannten "Hütespitz" und an den "Pommerschen Hütepudel".



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Ein aufmerksames Strobel-Gespann Foto: LSZV Sachsen-Anhalt



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Fazit

Ich hoffe, dass meine Darlegungen Denkanstöße geben hinsichtlich der Problematik der Erhaltung unsrer "Altdeutschen Hütehunde".
Hiermit spreche ich insbesondere die Zuchtwarte der Arbeitsgemeinschaft Altdeutscher Hütehunde an, sich mit der genetischen Seite der Zucht auseinanderzusetzen und somit zur Erhaltung dieses Kulturgutes "Altdeutscher Hütehund beizutragen!



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Füchse Foto : LSZV Sachsen-Anhalt



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Soweit der Artikel von Helmut Lenz.

Die quasi "offizielle" Antwort der AAH, will ich den Lesern von huetefuchs.de nicht verschweigen. - Speziell der letzte Satz sollte uns alle hellhörig und mehr als stutzig machen.

Gleichzeitig kann huetefuchs sich einer gewissen Genugtuung nicht entziehen - und zwar dem guten Gefühl, aus dieser Gesellschaft fatalistischer Ignoranz rechtzeitig ausgetreten zu sein!





Das folgende Bild (=Scan) kann durch Anklicken vergrössert werden !



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Lesen und staunen Sie .... über das Schreiben einer einflussreichen Persönlichkeit der AAH als Antwort an Herrn Lenz.



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Nachtrag

huetefuchs meint, inhaltlich und von der Zielrichtung her, gibt es an dem Artikel von Helmut Lenz Nichts auszusetzen. Von daher kann ich auch die Reaktion der AAH nicht nachvollziehen.
In meinen Augen stellt sich die Situation um die "Rettung der Altdeutschen" jedoch im Blick auf die Zukunft ein wenig anders dar, als es der Titel des Aufsatzes vielleicht suggeriert.
Es scheint mir nicht so zu sein, als gälte es die Wenigen noch vorhandenen Hunde über die Zeit zu retten und in ihrem Bestand zu erhalten.
huetefuchs sieht vielmehr einen Boom der Altdeutschen voraus - speziell der Roten, - dem es gilt, ein möglichst einheitliches Konzept für eine geregelte Zucht entgegenzusetzen. Insofern ist der Beitrag von Helmut Lenz auch für diese Situation eminent von Bedeutung.
Im Falle der Nichtbeachtung der von ihm erhobenen Grundvoraussetzungen werden wir einen "Markt" an der AAH vorbei bekommen - die Hunde sind - ja, wie soll man sagen...körperlich und geistig von so "hohem Unterhaltungswert" und hoher Attraktivität, daß der Anreiz für Privathalter nicht hoch genug eingeschätzt werden kann, Vermehrung in "wilder Manier" zu betreiben! Die einschränkenden Regelungen seitens der AAH werden nicht greifen und greifen heute bereits nicht, wie die zunehmende Zahl von Mischlingen in den Tierheimen und Notvermittlungen belegt.

In ihrem Bestand erhalten, müssen wir speziell die Roten schon lange nicht mehr; es gilt jetzt, sie zumindest genetisch "gesund" und in ihrem Typ zu bewahren.

Der "Zug" der Altdeutschen ist meines Erachtens bereit längst "ins Rollen gekommen" - und er rollt an der AAH vorbei, was angesichts des befremdlichen Beharrens dieser Organisation auf Strukturen und Inhalten der Vergangenheit nicht verwundert.

Es ist daher höchste Zeit - wie Helmut Lenz sagt: "5 vor 12" (!) -, um den Zug aufs richtige Geleis zu führen.
Manchmal nützt es ungemein, die Augen nicht vor der Wirklichkeit zu verschließen und ein wenig den so oft zitierten GESUNDEN MENSCHENVERSTAND zu "bemühen": Jeder Wurf Füchse, der in Privathand übergeht, bringt diese Hunde dem Status des Modehunds näher. Jeder Welpe wird irgendwann erwachsen - und ist potentieller "Träger der Zucht" (v. Stephanitz), da helfen keine Restriktionen von der einen, wie von der anderen Seite. Aber, es muss feststehen, WAS und WORAUFHIN gezüchtet werden soll, damit zumindest das äußere Erscheinungsbild und die biologische Gesundheit der Tiere gewährleistet ist.
Ich verstehe nicht, was so verwerflich an der längst überfälligen Erstellung eines Rassestandards für zumindest die Füchse, Schwarzen und Gelbbacken ist. Dadurch allein geht doch der Berufsschäferei nichts verloren - ganz im Gegenteil: Die Zeiten der Fotos mit so prächtigen "Passergespannen", wie ich hier einige im Bild gezeigt habe, wird bald der Vergangenheit angehören, wenn "wilde Mischlinge" die Weiden erobern und - mögen sie noch so hütetriebig sein, als "genetische Zeitbomben" die positive Rasseverfestigung (der angesprochenen Altdeutschen) quasi von innen her wieder aufweichen.

Niemand will der Berufsschäferei "etwas wegnehmen" - und schon gar nicht ihr "ureigenstes Arbeitswerkzeug" - die Faszination eines an der Herde arbeitenden Hundes hat bereits v. Stephanitz im vorvorigen Jahrhundert ergriffen, aber angesichts der Lage, wie sie nun mal ist, darf von den Hütern der Tradition schon etwas mehr Entgegenkommen erwartet werden, wenn es um das geht, was für sie "täglich Brot" und für viele andere "Zeitvertreib, Hobby oder Entspannung" ist: den ALTDEUTSCHEN HÜTEHUND in seinen Rassen, mit seinen Eigenschaften und mit seinem jeweils spezifischen Erscheinungsbild !

Wer huetefuchs kennt, weiß, was jetzt kommt - ich sage nur "CUI BONO" ?
Den Lesern sage ich : Denken Sie mal darüber nach ! - Anhängern der AAH "zuliebe" füge ich noch eine adverbiale Bestimmung hinzu : "Denken sie mal ehrlich darüber nach !"



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So wie dieser herrliche Fuchs seine Herde im weiten Gehüt stets im Auge hat, wird auch Helmut LENZ nicht müde, sich dem Erhalt dieser wertvollen biologischen wie kulturellen Hinterlassenschaft : ALTDEUTSCHER HÜTEHUND zu widmen. (Foto von Helmut's Fuchs)



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Helmut Lenz : Zur Haarfarbgenetik

Hallo liebe Freunde des Altdeutschen Hütehundes !!

Am 18.06. hatte ich die Gelegenheit wahrgenommen und in Sankt Andreasberg auf dem von Peter Spei ins Leben gerufenen Treffen unsere „ Altdeutschen“ besucht.
Dass in der Mehrzahl die Harzer Füchse hier vertreten waren, mag an der Region gelegen haben. Die Gespräche am Rande des Geschehens waren von der Thematik wie im Huetefuchs-Forum . Auch mein kleiner Beitrag war vom Inhalt ähnlich meines Denkanstosses „ Rettet die Altdeutschen Hütehunde“.

Ich hatte hier noch einmal versucht, hervor zu heben, dass beim Erhalt vom Aussterben bedrohter Haustierrassen (dazu gehören z.Z. nun einmal unsere Altdeutschen Hütehunde ) es ohne eine Zuchtstrategie , Kenntnisse der Vererbung auf Dauer nichts zu erhalten ist.
Nur eine Registrierung von Anpaarungen hilft auf Dauer nicht.
An Hand der vorhandenen „Füchse“ hatte ich einen kleinen Ausflug in die Vererbung der Haarfarben versucht, um zu vermitteln, dass auch Detailkenntnisse von Nöten sind.
Haarfarben-Gene beim Hund werden verschiedenen Serien zugeordnet .Man unterscheidet: die Basisfarben
die Intensität der Pigmentierung bestimmter Serien
die Scheckungsserien
Letztere hat uns beim Fuchs ja weniger interessiert.
Zu den Basisfarben gehören die Aguti-Serie, die Schwarz-Serie und die Ausdehnungsserie.
Die Aguti-Serie ist wegen der vielen genetischen Möglichkeiten die komplexeste Farbserie.
Hierzu gehört das Schwarz, Wolfsgrau (Aguti-Grundton), Zobelgelb, Sattelzeichnung (schwarz oder braun mit ausgedehnten Abzeichen an Läufe und Kopf) und die Zweifarbigkeit (schwarz oder braun mit begrenzten lohfarbenen Abzeichen an Läufen, Fang und Augenbrauen) die uns allbekannte „Gelbbacke“
Die Schwarzserie umfasst nur Schwarz und Braun. Die Bezeichnung des Brauntons des Fells als schokoladenbraun, lohbraun, leberfarben und sogar rot hängt von der jeweiligen Rasse ab .Beim Fehlen des Schwarz bewirkenden Gens haben diese Hunde Immer eine leberfarbende Nase .
Die Ausdehnungsserie bezieht sich auf die Ausdehnung von schwarzem Pigment wie es sich in der schwarzen Maske einiger Füchse zeigt, die dann auch einen Teil der Grannen (Deckhaar) schwarz haben. Die sogenannten Kohlfüchse (vom verkohltem , verbranntem Haar)
Aus allen drei Haarfarbserien waren Vertreter bei den Füchsen vorhanden.

Auch den Erbgang: Schwarzer Altdeutscher x Fuchs habe ich kurz angerissen.
Hierbei ist in der Regel das Schwarz dominant über das Rot. In der ersten Generation erscheinen dann nur schwarze Hunde, die aber spalterbig auf Rot sind .Die untereinander verpaart ergeben dann ¼ reinerbig Schwarze, ¼ reinerbig Rote und der Rest ist ebenfalls Schwarz , tragen aber verdeckt das Gen für Rot.

Die Verpaarung Gelbbacke x Fuchs hatte ich in meiner langjährigen Praxis vermieden. Hier ist der Erbgang nicht immer eindeutig. Es entstehen bei dieser Anpaarung oftmals graue Hunde. Heutzutage hin und wieder als „wildfarbende Füchse“ im Internet zu finden. Aus meiner Sicht nicht unbedingt wünschenswert.

Auch war die Frage ist der WW-Kuhhund nun auch ein Harzer Fuchs ? Hier kam meinerseits ein NEIN. Begründung: Knapp ein halbes Jahrhundert Trennung Deutschlands ist aus der Sicht der Hundezucht eine lange Zeit. Bedingt durch die genetische Isolation sind diese Hunde nicht miteinander vergleichbar. Hinzu kommt durch die intensive züchterische Arbeit von Kurt Stahl, der zeitweise über 20 Zuchthündinnen dazu 4-5 Rüden hatte, genetisch abgekapselt den WW- kuhhund nach seinen Vorstellungen wieder zum Leben erweckte.
So daß Karl Hermann Finger in seinem Buch „Hirten- und Hütehunde“ auf Seite 30 unter der Abbildung 18 schreibt: „Westerwälder Altdeutscher Kuhhund, auch Harzer Fuchs genannt, beim Schafehüten“ , irren dürfte.
WW-Kuhhunde wie sie Kurt Stahl „erhalten“ hat waren in der Zeitschrift HUNDEREVUE
Heft 11, Jahrgang 2002 zu sehen.

Auch die Einstufung der AH zu den Primitivrassen war ein Thema. - Auch dazu meine Ansicht: Nur weil Hunde über viele Jahrzehnte züchterisch über nicht vorhandene zuchtlenkende Maßnahmen doch als eine einheitlich Erscheinung zu Tage kamen, diese als
Primitiv-Rasse bezeichnen zu wollen, ist doch ein bisschen weit hergeholt. Schäfer sind und waren in erster Linie in der Tierzucht tätig und haben sich nicht nur auf die Steigerung der Leistungsfähigkeit ihrer Schafe beschränkt. Genetische Linien ihrer Gebrauchshunde wurden in alten Schäferdynastien manchmal über Menschengenerationen gepflegt, was bei Primitivrassen und sogenannten Landschlägen wohl nicht üblich ist!

Beim großen Zentralthema: Familientauglichkeit der AH gibt es dann nur die Antwort doch tunlichst den Hund Hund sein zu lassen und ich verweise auf Gudrun Beckmanns Abhandlung:
„Der Familienhund“. - Besser als sie kann man dieses Thema nicht abhandeln.

Das in Kürze . Sollte es mir gelingen am 3. September in der Lüneburger Heide beim Hüten dabei sein zu können, will ich mich gerne der Diskussion stellen. Über das Internet ist es natürlich auch möglich aber nicht so effektiv.

Bis dahin Helmut



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Hier sehen wir Helmuts 13-jährige Fuchshündin bei der Hütearbeit an einer 800-köpfigen Herde im weiten Gehüt ! (Bild wird durch Anklicken vergrössert !) Achten Sie auf den Abstand, den der Hund zur Herde hält ! Alle Schafe haben die Köpfe unten und weiden : DAS IST DER SINN der ganzen Sache !



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