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Jugendzeit unserer Hunde

Herkunft und...

Wie sie wurden, was sie sind

Einige Anmerkungen zur Welpenzeit unserer Hunde:

Wenn Sie ein Hundebuch aufschlagen, werden Ihnen mit Sicherheit - meist zu Beginn -, bevor die schönen Bilder kommen, und deshalb in der Begeisterung oft "überlesen", wichtige Tips zur Welpenauswahl gegeben. Besonders betont wird dabei das Augenmerk, das Sie (oder wir alle) auf die Haltungsbedingungen beim Züchter richten sollten.

Man denkt da oft ..."ja, ja, ist ja alles schön und gut - aber wenn ich den oder die Kleine erst mal zu Hause habe, wird sich schon alles richten..!" (Mir - oder besser uns ging es jedenfalls so). Ich habe aber in Bezug auf unsere Drei gelernt, das gerade diese Buchabschnitte nicht zu unterschätzen und äußerst wichtig sind. Sie ersparen sich für die Folgezeit eine ganze Menge Zeit und Arbeit, wenn Sie diese Ratschläge beachten. Auch hier gilt: Der Hundewelpe kommt mit zweierlei Vorgaben zu Ihnen. Das sind einmal die ererbten Eigenschaften, die ihn als Canide (Hundeartiger), also als hochsoziales Säugetier seine Welt begreifen lassen und ihn instinktiv zu dem befähigen, was in ihm angelegt ist, vorausgesetzt, seine "frühkindliche" Lebensumwelt belässt ihm zumindest diese Freiheit der Entwicklung und des Lernens im sozialen Verband.
Hier kommt der Mensch (als Züchter) ins Spiel, kein Hunderudel streift heutzutage allein umher, um irgendwo im Wald an abgeschiedener Stelle die Jungen großzuziehen. Dieser erste "Halter" der Kleinen soll im Idealfall als "Moderator" dieser Umwelt versuchen, so nah wie möglich am Tier, diesem das Durchleben aller biologisch angelegten und für den Canidennachwuchs hochnotwendigen Entwicklungsphasen in einer Weise zu ermöglichen, daß die Umwelteinflüsse förderlich auf die angeborenen Anlagen einwirken können. (Die Darstellung dieser Phasen würde hier zu weit führen, deshalb verweise ich auf zwei grundlegende Bücher von Eberhard TRUMLER, die eigentlich jeder ernsthafte Hundehalter lesen sollte ("Hunde ernst genommen" 4. Aufl., München 1997 und "Mit dem Hund auf du" 5. Aufl., München 1996)). Wir sollten uns deshalb beim Welpenkauf immer auch vor Augen halten: Wir kaufen quasi einen schon "gebrauchten Hund", er ist auch im jungen Alter schon Produkt aus Genetik und Kultur, aus Anlagen und Einflüssen, aus dem, was er nicht ändern kann und dem, was der Mensch ihm ermöglicht hat oder nicht!
Zum Glück übernehmen wir ihn meist zu Beginn der Phase seines Lebens, die ihn besonders aufnahmefähig für die Umwelteinflüsse macht, die wir nun zu moderieren haben.

Hier möchte ich nun kurz skizzieren, mit welcherart "Stallgeruch" unsere drei "Damen" bei uns einzogen:

Candy, die älteste, kommt aus einer relativ umfangreichen Spezialzucht für langstockhaarige Deutsche Schäferhunde (Selektion nach Schönheit und Wesen). Soweit für mich erkennbar (2Vorbesuche), wurden dort zwar relativ oft Welpen geboren. Die Mutterhündin machte jedoch einen sehr guten Eindruck (sauber, zutraulich, angenehmes Wesen), obwohl sie von den (mir etwas zu zahlreichen) anderen Hunden (Zwinger) getrennt mit ihrem Nachwuchs (7Welpen) in einem Stallgebäude "wohnte". Die Lebensgefährtin des Züchters hat sich in der Welpenzeit wohl liebevoll um die Kleinen gekümmert, ihre Umwelt im weiteren Sinne - also andere Haustiere, Kinder, Autoverkehr usw. - blieb ihnen aber weitgehend verschlossen und damit fremd. Candy kannte nur ihren begrenzten Auslauf, Geschwister und Mutter und sonst nichts. - Ach ja, und ihren kleinen Ball.
Züchternote Candy..........: 3-4 (in Schulnoten)
Zu erwarten war.............: Schüchternheit, vielleicht Ängstlichkeit, Dickköpfigkeit, vielleicht Probleme mit anderen Hunden, Verspieltheit



Ondra, unser "Sandwichkind" stammt aus einer typischen Zucht für Deutsche Schäferhunde, alle direkten Vorfahren sind durch die in meinen Augen zumindest zweifelhafte Schutzhundausbildung und die damit verbundene Selektion gegangen. Sofern die SV-Papiere stimmen, wovon ich ausgehe, hat sie aber auch prominentes Hütehundeblut in ihren Adern (Winnie v. Kirschental). Die Zucht war relativ überschaubar, alle Hunde wurden im Zwinger gehalten. Ondra war, als wir sie zum ersten mal sahen bereits 4 Monate alt und im Zahnwechsel. Sie "wohnte" bei mehreren erwachsenen Hunden in einem Zwinger. Stellen Sie sich bitte vor, was wohl passierte, wenn es Futter gab...wer bekam wohl zuerst etwas ab? Und wer musste schon immer sehen, wo er blieb? Ihre bis dahin bereits erworbene Lebenserfahrung hat sie aber wohl befähigt, ihren Züchter so "um den Finger zu wickeln", daß stets ein Sonderhappen für sie abfiel. Ondra kannte bereits die Praxis auf verschiedenen Hundeplätzen; daß sie noch keinen Abnehmer gefunden hatte, liegt wohl auch in der Vorliebe der "Schäferhundler" für die kräftigeren Rüden (sie hatte lediglich einen Bruder) begründet. - Wir haben Ondra direkt beim ersten Besuch und auch mit einem Schuß Mitleid nach Hause mitgenommen und Tage später beim ersten Tierarztbesuch festgestellt, daß sie schon eine ganze Zeitlang unter einer heftigen Blasenentzündung gelitten hatte. (Zu ihrer Gesundheit und zu Erfahrungen auf Hundeplätzen später mehr!)
Züchternote Ondra.............: 4-
Zu erwarten war................: Unterordnungsbereitschaft, fast schon Unterwürfigkeit, Futtergier,Unerschrockenheit, kein "Spielhund"



Lara, das "Nesthäkchen", das sei vorweg gesagt, wurde unter den idealsten Bedingungen geboren und erstsozialisiert, die ich mir vorstellen kann (3Vorbesuche). Sie stammt sozusagen aus einer intakten Hundefamilie aus Mutter, Vater und Verwandten (auch wenn die keine Roten waren, sogar eine Katze war dabei) und ist aus dem ersten Wurf der Mutterhündin. Die Hundefamilie "besaß" ein kleines aber feines "Einfamilien"-gartenhaus und war durch "Verwandtenbesuche", interessierte,neugierige Kinder und ein reges "Unterhaltungs- und Besuchsprogramm" nicht von der Außenwelt abgeschottet, sondern war vielmehr das Zentrum, um das sich so ziemlich alles drehte. Das heißt nun nicht, daß die Hunde "verzärtelt" oder sonstwie "verzogen" worden seien - nein,
ganz im Gegenteil, ihnen wurden gezielt die Dinge mit auf den Weg gegeben, die für ein Hundeleben unter Menschen nützlich sind. Einen Welpen aus solchen "Verhältnissen" zu holen bedeutet dann auch keine "Befreiungstat", sondern es beschleicht einen fast eine Spur Wehmut. Ein Glücksgriff ! Damit die "Wehmut" nicht überhand nimmt, sei gesagt, bei späteren "Familienbesuchen" unserer nun erwachsenen Lara im Garten des einst so trauten "Einfamilienhauses" stellte sich die von mir (einfältigerweise) erwartete Idylle nie mehr ein. Es herrscht dann ein rauherer "Umgangston" in der Canidengesellschaft und Imponieren, Drohen, Rang sichern ist angesagt.
Züchternote Lara...............: 1
Zu erwarten war................: ein Hund, der sich neuen Situationen schnell anpassen kann, gutes Sozialverhalten, Anhänglichkeit



Nach dieser Kurzaufnahme der "Startbedingungen" ist die Frage natürlich interessant, inwiefern sich in der Folgezeit die Erwartungen erfüllt oder nicht bestätigt haben.





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Candy

Candy hat in der ersten Zeit bei uns desöfteren unter meinen Vergleichen mit ihrer (toten) Vorgängerin Pelle (s. Zum Gedenken...) gelitten. Ich habe sie dabei (zu meinem Leidwesen) auch oft einfach ignoriert. Dieses menschlich so falsche Verhalten meinerseits hat aber bei Ihr den Impuls ausgelöst, sich mir sehr nah anzuschließen. Bei den ersten Spaziergängen war sie sehr ängstlich, fürchtete sich selbst vor Katzen und kleinen Hunden. Staubsauger und Treppenstufen waren ebenfalls Grund zur Panik. Ihre größte Freude war das wilde und ausgelassene Spiel mit ...einem kleinen Ball. Sie war (und ist) regelrecht versessen darauf (geblieben).
Mit Hilfe dieses "Motivationsobjektes" (s. Literaturhinweise >Lind) konnte man einiges bei ihr erreichen. Stubenrein war sie eigentlich vom ersten Tag an (-die Ausnahme war dieser erste Tag: ich zeigte ihr das Haus, setzte sie "dummerweise" im Badezimmer auf den Boden und sagte : "So Candy und hier ist das Badezimmer!"...noch nicht ausgesprochen, da hatte sie schon ein Bächlein produziert-).
Man lernt halt immer dazu, den beiden anderen habe ich dieserart Hausführung lieber erspart.
Mit dem Heranwachsen haben wir dann das riesige Arreal einer alten Kieskuhle entdeckt und gingen dort jeden Tag lange spazieren. Dabei kamen wir schnell in Kontakt mit sehr vielen anderen Hundehaltern und den unterschiedlichsten "Hundetypen"; das ging vom kleinen (gleichaltrigen) Rauhhaardackelwelpen bis zur gesetzten Bernhardinerdame (Golden Retriever, Mischlinge, Hovawarte, Jagdhunde, Boxer, ja sogar ein Tibet-Spaniel). Hier, in dieser "Gesellschaft" blühte Candy auf, dabei ging sie Streit stets lieber aus dem Weg. Einer ihrer liebsten Spielkameraden war "Tasso", der kleine, sehr jagdlustige Rauhhaarteckelrüde und ein Golden Retrievermädchen. Fast wie an eine Mutter angeschlossen hat sie sich aber stets (Schnauzenlecken...), - Sie ahnen es sicher schon -, an die Bernhardinerdame "Uschi". Diese regelmäßigen Treffen in der Kieskuhle haben aus dem kleinen schwarzen Angstknäuel zwar keinen "Herkules" werden lassen, jedoch einen angenehmen Begleiter, mit einer gewissen Portion Vorsicht. Ich muss mit Ihr jedenfalls nicht dauernd mit "Radaraugen" die Umwelt ausspähen, ob nicht vielleicht ein fremder Hund in Sicht sei, mit dem es zur Beisserei kommen könnte.
Ein im Nachhinein betrachtet, großer Fehler meinerseits war die Annahme, nur auf einem Hundeplatz unter erfahrener Anleitung sei Hundeausbildung möglich. Ja ,- es sei gerade mit einem Schäferhund unbedingt notwendig, zumindest das kleine Ausbildungskennzeichen "Begleithundeprüfung" zu erwerben. Um es kurz zu machen: Es war für Candy jedesmal eine Qual, auf diese "Exerzierplätze der menschlichen Eitelkeiten" zu gehen. Der erste Platz war ein "Original"-Ausbildungsplatz für Deutsche Schäferhunde, und ich fühlte mich dort sofort in meine Militärzeit zurückversetzt :"Hundeführer - links..um!" Kein Spielen, kein Toben, nein Drill stattdessen - und danach .. "ab in die Box!" Nach einem Blick in Candys traurige Augen haben wir beide zumindest hier ganz schnell wieder "Kehrt!" gemacht. - Auf zum nächsten Ausbildungscenter für von Ehrgeiz strotzende "Leinenrucker". Hier ging es ziviler zu, und wir verbrachten eine längere Zeit dort. Hauptsächlich wegen der Gelegenheit zum freien Spiel der Hunde aller Rassen und Größen. Die "Arbeit" mit Leckerli und Leinenruck (-erinnert so sehr an Zuckerbrot und Peitsche-) hat bei Candy jedenfalls nicht das ingang gesetzt, was man einen Lernerfolg hätte nennen können. Der Hund trottete lediglich mit Leidensmine neben mir her und schien nur auf den "erlösenden Klick" von dem zu warten, was wir Zweibeiner gemeinhin "Leine" nennen.(Insofern ist sie unserer Pelle immer ähnlicher geworden). Ich habe mich immer öfter gefragt: "Wenn der Hund frei entscheiden könnte, würde es Ihn wirklich hierhin ziehen?" oder "Versuche ich hier etwas für mein eigenes Ego zu tun?" - Die Antwort lag in Candys Blick, deshalb : "Adieu!", ihr Hundespezialisten.- Candy hat es mir gedankt, indem sie ohne Leine viel besser "bei Fuß" geht als mit. Durchgesetzt hat sich also der "kooperative Dickkopf". Dadurch bricht mir kein Zacken aus der Krone, denn ich habe meinen Hund nicht "verbogen", ich habe sein ureigenes Wesen akzeptiert.
Bei dieser Gelegenheit: Ich habe Hunde mit vielen bestandenen Prüfungen und Scheinen erlebt, denen man besser nicht begegnen möchte. Ich hege so meine Zweifel, ob auf vielen Hundeplätzen nicht (vielleicht unbewußt) das Hundewesen dahingehend "trainiert" wird, lediglich eine Rolle zu spielen. Ob ein Hund wirklich tauglich im Alltag ist, lässt sich jedenfalls dort nicht eindeutig feststellen.
Bei der freilaufenden Candy kann ich mir jedenfalls sicher sein, daß dem unverhofft auftauchenden Yorkshire-Terrier nicht ein Haar gekrümmt wird und zwar nicht, weil ich sie so erzogen habe, sondern weil sie so ist!



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Ondra

Ondra hat die im Züchterzwinger erworbene Unterordnungsbereitschaft (dort gegenüber den schon erwachsenen Hunden) voll auf mich "übertragen". Sie liebt es geradezu, egal ob mit oder ohne Leine, etwas für mich zu tun - und sei es nur ordentlich "bei Fuß" zu gehen. Onni ist ein sehr "weicher Hund" geblieben, der sehr sensibel auf "schlechte Stimmung" am oberen Ende der Leine reagiert. Bei unseren langen Streifzügen durch die Kieskuhle, verschwand sie anfangs oft für 15-30 Minuten auf irgendeiner Spur und kam dann glücklich und ausgepowert wieder zurück. Mein Problem war dann stets, mich ordentlich über Ihr Kommen zu "freuen", ihr ein erneutes Weglaufen jedoch gleichzeitig zu "vermiesen". Eine Chance hat man eigentlich nur, wenn man genau den Punkt oder Moment, an dem der Hund losstürmen will, "erwischt", dann gilt es, ein "massives Zeichen" zu setzen. So musste ich desöfteren meine als Wurfgeschoss eingesetzten Autoschlüssel im Heidekraut wiedersuchen (wir sind dann später auf diese klappernden Metall-Discs "umgestiegen"). Wenn Sie damit auch nur ein einzigesmal "Erfolg" erzielen, und der Hund läuft eben nicht los, muß - ja, muß- Ihre Freude dem Hund gegenüber grenzenlos sein (!!). Es muß sich in sein Gehirn "einbrennen", daß er hier etwas Gutes gemacht hat. Empfehlenswert und positiv unterstützend kann hier auch die Konditionierung auf den "Clicker" (s. Literaturhinweise) eingesetzt werden. Eine Empfehlung, deren Beherzigung mir selbst am schwersten gefallen ist, gebe ich trotzdem: "Ruhe bewahren!"
Ondras großes Problem war, daß sie nie richtig mit anderen Hunden oder Menschen "gespielt" hatte, ja ich vermute sogar, daß mit Ihr bereits irgendwelche "Beissübungen" in Richtung auf eine bevorstehende Ausbildung zum Schutzhund stattgefunden hatten. Sie hatte nicht gelernt, daß man die Kraft in den Kiefern auch "dosiert" einsetzen kann, nein, Ondra biss auch beim harmlosen Rangeln auf dem Sofa oder im Garten stets mit voller Kraft zu (da war auch schon mal Pflaster nötig). Ihr Beisshobby übertrug sie vor allem wenn Sie mit Candy kurzzeitig alleingelassen wurde, auf Schuhwerk aller Art, Sofakissen und ...einen Sessel. Mich wundert daran, daß andere Hunde oder gar fremde Welpen nie so hart angefasst wurden. Nun, daß Menschen nicht ganz so "stabil" sind , wie ihre Schuhe, hat sie nach vielen (auch vorgetäuschten) Schmerzensschreien meinerseits gelernt. Den letzten Schuh hat sie 2000 beim Umzug ins neue Haus zerlegt, seitdem ist, wie durch ein Wunder Schluss damit!
Ondra war durch den alleinigen "Umgang" mit erwachsenen Hunden mit gut 4 Monaten bereits selbst "erwachsen" und machte auf alle einen sehr ernsten Eindruck. Durch die zahlreichen Kontakte und Spielstunden mit vielen verschiedenen Hundetypen haben wir wohl die Zeit für sie wieder etwas "zurückdrehen" können und es war eine Freude, sie so aufblühen zu sehen.
Geblieben ist ihr die stete Angst, möglicherweise "nicht satt zu werden" und die daraus resultierende Gier nach allem, was sich einverleiben lässt.
Onni ist, wie ich bereits erwähnte, Rekordhalterin was Tierarztbesuche betrifft. Ein halbes Jahr nach ihrem Einzug stellten wir eine Wachstumsstörung im linken Vorderlauf fest; die Pfote verdrehte sich aufgrund unterschiedlich schnellen Knochenwachstums von Elle und Speiche nach außen. Ondra musste 3 Tage stationär in eine Tierklinik, wo durch Osteotomie (Knochenschnitt) versucht wurde, das Wachstum des schneller wachsenden und damit den Druck nach außen auslösenden Knochens zu bremsen. Die OP muß wohl als gelungen bezeichnet werden, die Pfote ist zwar immer noch leicht nach außen geneigt, der Prozess wurde jedoch gestoppt.
Nach zahlreichen, hier nicht alle aufzuzählenden "Kleinigkeiten" kam dann im Frühjahr 2005 die Diagnose eines Gesäugetumors, der operativ entfernt wurde. - Was ich hier so in wenigen Worten beschreibe, bedeutet speziell wenn man mehrere Hunde hält, eine ganz erhebliche Mehrbelastung. Da sind dann so gute Ratschläge wie: .."der Hund sollte jetzt nicht springen oder laufen" oder "..ziehen Sie dem Hund doch ein T-Sirt (umgekehrt) an, damit er nicht an der Wunde lecken kann" erheblich schwieriger zu realisieren, als bei einem Einzelhund. Mehrere Hunde um sich zu haben, bedeutet für einen Hundefreund selbstverständlich auch ein Mehrfaches an Freude; es gibt aber auch die "dunkleren Tage". Wenn draußen "was los ist", stört sich der Patient wenig an T-shirt-Ordnung noch ärztliches Ruhegebot. Meine Erfahrung ist aber auch, daß Hunde sehr wohl spüren, daß und wenn man ihnen helfen will: Onni hat es jedenfalls deutlich gezeigt und durch noch mehr Anhänglichkeit unterstrichen.
Geblieben ist Ihr aus Jugendtagen auch das eventuell auf mangelndes Selbstbewusstsein zurückgehende, für Fremde leicht mißverständliche Benehmen bei Hundebegegnungen. Wohlgemerkt - sie beisst nicht, nein, aber 2-3 kräftige "Beller" zur "Begrüßung" und das ganze in Imponierhaltung, sind nicht gerade jeden Kleinhundehalters Freude; ich kann da mitreden (Vgl. den Abschnitt über Pelle) ! Deshalb: Ein solcher Hund gehört da, wo unvorherzusehende Begegnungen zu erwarten sind, an die Leine.



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Lara

Lara kam (1999) eigentlich zu einer für uns sehr "ungünstigen" Zeit ins Haus -oder besser gesagt, auf den Estrich. Der Neubau war gerade in seinen Grundbestandteilen fertig, es lag aber weder eine Fliese, noch waren die Wände tapeziert oder gestrichen. Da war in Eigenleistung noch 'ne Menge zu tun. Dazu eine kurze Anmerkung: Halten Sie sich nie einen oder gar drei Hunde aus der Hüte- bzw. Schäferhunde"familie", wenn Sie Wert darauf legen, irgendetwas (egal was) alleine (!) tun zu wollen. Vergessen Sie all' Ihre guten Vorsätze...."das mach' ich jetzt...so..und so...und so...!" - es bleibt eine Illusion ! Nicht Sie machen irgendetwas, sondern "wir" alle zusammen ! Glauben Sie mir, ich weiß, wie man Bodenfliesen unter "Mithilfe" von 12 Pfoten ordnungsgemäß verlegt. Aber die Dinger müssen ja auch noch verfugt werden - und dann wird's spannend. Ich war schon soweit, mir Prospektmaterial über Hundezwinger zumindest zu "Drohzwecken" zu besorgen! - Aber das ist ein anderes Thema.
Die kleine Füchsin war ein sehr zarter Welpe und stand nun vor 2 ausgewachsenen Schäferhunden im "Rüpelalter". Nach vielleicht 5 Minuten "Bedenkzeit" (man kann auch sagen: Angst) unter einem Palettenstapel machte sich dieser Zwerg auf, die Schäferhundewelt zu "erobern". Er nutzte auf geschickteste Art und Weise die gegenwärtige Situation des Rudels aus, indem er sich von der gerade scheinträchtigen Ondra "adoptieren" ließ. Onni beschützte sie und ein ebenfalls adoptiertes Quietschetier (aus Gummi) vor den Beschnupperungsversuchen von Candy. So kam die Kleine prima über die sonst vielleicht kritischen ersten Tage des Getrenntseins von "zuhause" hinweg. Lara entwickelte sich für die beiden Großen sehr bald zu einer Art Plage, die sie sich sicher nicht hatten träumen lassen. Man stelle sich zwei je fast 35kg-Schäferhunde vor, die vor den nadelspitzen Milchzähnen eines Fuchszwerges von vielleicht 7-8kg auf Sofa oder Sessel "in Deckung gehen"! Die Großen waren von der selbstverständlichen Dreistigkeit des kleinen Wichts total überfordert - Ondra fing sogar an, eine Wurfhöhle für Ihre "fiktive" Kinderschar zu graben, die aber wegen akuter Einsturzgefahr später mühsam zugeschüttet werden musste.
Genau wie oft bei Menschen und deren Kindern zu beobachten, entwickelte sich Lara zu unserem "Nesthäkchen", ihr blieben Hundeplätze (sowieso) und zu ihrer Freude (!) Erziehungsversuche weitgehend erspart. Ja, sie lesen richtig...und ich bin auch noch ein wenig stolz darauf, dieser Hund ist nie durch das gegangen, was man heutzutage für angezeigte "Hundeerziehung" hält. Lediglich an 5 Minuten "bei Fuß!"..."Halt!"..."Sitz!"..."Platz!" auf einem Rückweg von der (altbekannten) Kieskuhle zum Auto kann ich mich erinnern. Sie hatte begriffen, was ich wollte - fertig - mehr war nicht nötig. Ich will keinen "dressierten Flummi", dessen Wesen ich im "Ernstfall" nicht einschätzen kann, ich will einen Hund, der seine Anlagen offen zeigt und mir Gelegenheit gibt, seine Lebensumstände entsprechend einzurichten.- Wem das zu theoretisch ist: Wir versuchen viel zu oft, den Hund nur uns anzupassen, anstatt uns zumindest ein Stück weit auf ihn einzulassen, ja, auch auf Ihn zu hören. - Katzenbesitzer unter Ihnen wissen, was ich meine; Respekt dem Tier gegenüber ist im Zusammenleben mit diesen kleinen Räubern keine leere Forderung, sondern Grundlage, Basis der Beziehung von Mensch zu Tier und umgekehrt.
Ich stelle hierzu klar, daß diese oben skizzierte Ansicht und Praxis nur bei gesunden, normalveranlagten Hunden zur Anwendung kommen kann und auch nur dann, wenn eine stetige und ständige Menschenbeziehung gegeben ist. Sogenannte Problemhunde gehören selbstverständlich in die Hände erfahrener Spezialisten (Tierpsychologen). (Nur: Die finden Sie mit Sicherheit nicht auf Hundeplätzen, denn Probleme löst man gemeinhin da, wo sie bestehen - im alltäglichen Lebensumfeld).
Zurück zu Lara, die sich, obwohl "un"erzogen durch ihre ungeheure Beobachtungsgabe und Sensibilität für Stimmungen zu unserem "best"erzogenen Hund entwickelt hat. Wenn Sie mit ihr an der Leine durch die Stadt oder sonstwohin gehen, stehen Sie unter ständiger Beobachtung, Sie haben einen "Stimmungssensor" auf 4 Beinen bei sich, der sofort anspricht, sollte sich der Pegel senken. Andersherum mit 2 Worten in Hochstimmung springt Ihnen der "Sensor" in die Arme (real)! Hier ist der Punkt erreicht, wo ich auf meine Anmerkungen zur Hütehundeerziehung (s. Kritisches zur Zucht...) verweisen muss. Die Ausbildung eines Hundes, der auf kleinste Zeichen reagiert, zum arbeitsfähigen Herdenhelfer dürfte nicht sehr aufwändig sein, im Vergleich zu Hunden, die diese Beobachtungsgabe nicht mitbringen.
Auffällig ist, daß Lara für Nasenarbeit - also irgendwelche Suchspiele - überhaupt kein Interesse zeigt. Sie ist als ausgesprochenes Augentier geboren und so bleibt es auch.



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Haben Sie schonmal... Fliesen verfugt ....mit soo tatkräftiger Hilfe ?? (Foto von 1999)



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